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Jugendgewalt: Jede vierte Tat von Mädchen begangen

Die Zürcher Jugendstaatsanwaltschaft hat 2009 drei Prozent mehr Fälle behandelt. Bei Delikten gegen Leid und Leben sind zehn Prozent mehr Anzeigen eingegangen.

Jugendliche Gewalt gegen Leib und Leben: Zehn Prozent mehr Anzeigen in einem Jahr.
Jugendliche Gewalt gegen Leib und Leben: Zehn Prozent mehr Anzeigen in einem Jahr.
Keystone

Im vergangenen Jahr haben die Zürcher Jugendanwaltschaften knapp 12'500 Untersuchungen gegen Jugendliche durchgeführt. Gegenüber 2008 bedeutet dies eine Zunahme von drei Prozent. Der Anstieg der Fälle hat sich damit im Verlaufe der letzten Jahre abgeflacht, betrug die Zunahme in den letzten zehn Jahren doch durchschnittlich 5,3 Prozent pro Jahr. Das geht aus dem Jahresbericht hervor, der heute Donnerstag veröffentlicht wurde.

Insgesamt sind 4047 Jugendliche verurteilt worden. Im Jahr 2008 waren es 4003. Dabei wurden 234 (2008: 218) Schutzmassnahmen und 4029 (3973) Strafen ausgesprochen. Die Jugendgerichte ordneten 45 (37) stationäre Schutzmassnahmen an. Zudem verhängten die Jugendanwaltschaften und die Jugendgerichte 189 (181) ambulante Schutzmassnahmen (Aufsicht, Persönliche Betreuung, Ambulante Behandlung).

Jede vierte Tat von Mädchen begangen

Als Strafen wurden 1757 (1714) Verweise, 1445 (1556) Persönliche Leistungen, 495 (431) Bussen und 223 (177) Freiheitsentzüge ausgesprochen. In 55 (44) Fällen wurde von einer Bestrafung abgesehen. Bei 37 (36) Personen ordneten die Jugendanwaltschaften 59 (57) erwachsenenrechtliche Strafen an.

Von den 4047 Jugendlichen, die schuldig gesprochen oder mit Anklage an die Jugendgerichte zur Beurteilung überwiesen wurden, waren 3076 (3074) männlich und 971 (929) weiblich. Der Anteil der weiblichen Jugendlichen nahm damit von 23,2 Prozent um rund 0,8 Prozent auf 24,0 Prozent zu. Der Ausländeranteil bei den verurteilten Jugendlichen stieg an und betrug 31,5 Prozent gegenüber 28,8 Prozent 2008 und 30,6 Prozent 2007.

13 Prozent mehr Rapporte wegen sexuellen Übergriffen

Die von der Polizei rapportierten Straftatbestände stiegen geringfügig von 11'822 im Jahr 2008 um 0,5 Prozent auf 11’881 im Jahr 2009. Bei den Delikten gegen Leib und Leben betrug die Zunahme hingegen 10,2 Prozent. Der Rapporteingang bei den strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität nahm um 12,9 Prozent zu. Beim Raub war ein Rückgang um 3,7 Prozent und bei den geringfügigen Vermögensdelikten ein Rückgang von 12,8 Prozent zu verzeichnen.

Trotzdem zieht die Jugendstaatsanwaltschaft ein eher positive Fazit: «Die registrierte Jugendkriminalität im Kanton Zürich scheint sich - im Vergleich der letzten Jahre - insgesamt zu stabilisieren», so die Mitteilung.

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