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Junge SVP will Zürcher Schulbuch verbieten

Bürgerliche wehren sich gegen «linke Lehrmittel» in der Volksschule.

Verärgert Politiker: Das Lehrmittel «Gesellschaften im Wandel», das im Fach Geschichte und Politik auf Sekundarstufe I. in verschiedenen Kantonen eingesetzt wird, verärgert Politiker. Bild: Lehrmittelverlag Zürich
Verärgert Politiker: Das Lehrmittel «Gesellschaften im Wandel», das im Fach Geschichte und Politik auf Sekundarstufe I. in verschiedenen Kantonen eingesetzt wird, verärgert Politiker. Bild: Lehrmittelverlag Zürich

Die Bürgerlichen des Kantons Zürich sind alarmiert: Die Schulkinder würden mit «linken Lehrmitteln» indoktriniert. Gestern hat die FDP zusammen mit der SVP und der CVP im Kantonsrat mehrere Vorstösse eingereicht. Im Bildungsgesetz und im Gesetz über den Lehrmittelverlag soll die politische und konfessionelle Neutralität des öffentlichen Bildungswesens noch expliziter festgehalten werden. Ausserdem reichten sie eine Anfrage und eine Interpellation zu einzelnen Lehrmitteln ein.

Ausgelöst hat dieses Vorgehen ein NZZ-Artikel vom 31. August. Darin wird aus dem fakultativen Schulbuch «Gesellschaften im Wandel» für Schüler im 7. bis 9. Schuljahr zitiert. Das Buch basiert auf dem neuen Lehrplan 21 und wird im Bereich der politischen Bildung eingesetzt. Darin steht unter anderem, Frauen würden 20 Prozent weniger verdienen als ihre Arbeitskollegen. «Dass es auch Studien gibt, welche nur einen Lohnunterschied von 2,9 Prozent festgestellt haben, blendet das Lehrmittel aus», schreibt die SVP in einer Mitteilung und fügt an, es liege auf der Hand, dass das Buch links gefärbt und tendenziös sei. Die Junge SVP fordert, dass das Lehrmittel sofort verboten und gründlich überarbeitet werde.

Ein Dutzend Fragen

Die Forderung sei sachfremd, sagt Beat Schaller, Leiter des Zürcher Lehrmittelverlags. Das Lehrmittel sei ausgewogen und befähige die Schüler zum eigenständigen Denken. Verschiedene Quellen – wie etwa ein SVP-Plakat oder eine Rede von SVP-Bundesrat Ueli Maurer – werden im Unterricht eingesetzt. Ausserdem gebe es als Teil des Lehrmittels ein Handbuch für Lehrpersonen, in dem explizit stehe, dass historische und politische Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven dargestellt werden sollen. Das Lehrmittel sei in einem mehrjährigen Prozess ausgearbeitet worden, an dem zahlreiche Fachpersonen beteiligt gewesen seien.

Bildungsdirektorin Silvia Steiner war für den TA nicht erreichbar. Sie wird nun ein Dutzend Fragen der Bürgerlichen beantworten müssen, wie sie die politische Neutralität an der Volksschule sicherstelle oder für ausgewogene Lehrmittel sorge.

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