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Kanton erlässt strengere Regeln für den Uetliberg

Die Baudirektion nimmt einen neuen Anlauf um zu klären, was auf Zürichs Hausberg erlaubt ist und was nicht. Verboten ist einiges, was der Uetliberg-Hotelier schon gemacht hat.

Hier prallen verschiedene Interessen aufeinander: Das Hotel Uto Kulm, zuoberst auf den Uetliberg.
Hier prallen verschiedene Interessen aufeinander: Das Hotel Uto Kulm, zuoberst auf den Uetliberg.
Ennio Leanza, Keystone

Nach jahrelangem juristischem Tauziehen hat die Baudirektion heute Freitag einen überarbeiteten Gestaltungsplan für Uto Kulm aufgelegt, die Spitze des Uetlibergs. Sie ist überzeugt, dass dieser «ausgewogen ist und den verschiedenen Interessen gerecht wird», wie sie in einer Mitteilung schreibt.

Gemäss der Vorlage sind private Helikopterflüge auf den Zürcher Hausberg künftig ausgeschlossen. Zudem darf auf der Terrasse des Uto Kulm nicht mehr gebaut werden. Eingeschränkt werden künftig auch die Beleuchtungsmöglichkeiten. Die öffentlich zugängliche Fläche ist laut Baudirektion nach wie vor gesichert.

Nicht gerüttelt wird an der Gebühr für die Benutzung des Aussichtsturms, die der Uetliberg-Hotelier Giusep Fry dieses Jahr eingeführt hat. Fry darf auch WC-Gebühren erheben und die Aussenflächen temporär für Veranstaltungen nutzen. Laut Baudirektion sind die Rahmenbedingungen jedoch eng gesetzt: Die Tage, an denen Veranstaltungen stattfinden dürfen, sind abschliessend definiert. Das erhöhe die Rechtssicherheit, es müsse nicht mehr bei jedem Anlass über grundlegende Regelungen verhandelt werden.

Hotelier kann mit den Einschränkungen leben

Über dreieinhalb Jahre sind vergangen, seit die Baudirektion den kantonalen Gestaltungsplan Uto Kulm festgesetzt hat. Dieser sollte auf dem Zürcher Hausberg Klarheit darüber schaffen, was rechtlich erlaubt ist und was nicht. Verschiedene Umweltverbände legten jedoch Rekurs ein, weil der Plan ihrer Meinung nach dem Hotelier Fry zu weit entgegenkam und zu wenig Rücksicht auf Natur und Landschaft nahm. Schliesslich wies das Verwaltungsgericht den Gestaltungsplan an die Baudirektion zurück.

Trotz Einschränkungen zeigt sich Grundeigentümer und Hotelier Fry mit dem nun vorgelegten überarbeiteten Gestaltungsplan «im Grossen und Ganzen» zufrieden, wie er in einer Mitteilung schreibt. Er kündigte jedoch an, innert der gegebenen Frist «konstruktive Vorschläge» einzubringen.

Gegner bringen sich in Stellung

Kein gutes Haar am Entwurf lässt dagegen die Präsidentin des Vereins Pro Uetliberg, Margrith Gysel. «Wir haben das Gefühl, Herr Fry hat alles bekommen, was er wollte», sagte sie auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Ihrer Meinung nach ist die freie Zugänglichkeit keineswegs garantiert, und dass vier Anlässe à drei Wochen möglich sind, sei inakzeptabel. Zudem gebe es keinerlei Grund, die Beleuchtung bis 0.30 Uhr zu erlauben. Dies passe nicht in ein geschütztes Gebiet. «Wenn sich am Gestaltungsplan nach der Auflage nichts ändert, werden wir sicher dagegen rekurrieren.»

Der Gestaltungsplan «Uto Kulm» liegt bis zum 18. Januar 2016 öffentlich auf. Bis dahin kann sich jeder und jede zum Entwurf äussern. Voraussichtlich im Frühling werden die Ergebnisse der Auflage ausgewertet und die Überarbeitung des Entwurfs abgeschlossen sein. Für die Festsetzung des Gestaltungsplans ist die Baudirektion zuständig. Falls keine Rechtsmittel ergriffen werden, tritt der Plan voraussichtlich Mitte 2016 in Kraft.

SDA/hub

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