Kanton schickt alle Zürcher Hundehalter in einen Kurs

Die Kantonsregierung hat den neuen Entwurf für das Hundegesetz präsentiert. Sie will die Kurspflicht ausweiten.

Sollen auch in die Hundeschule: Die Zürcher Regierung will die Kurspflicht auf Halter von kleinen Hunden ausdehnen.

Sollen auch in die Hundeschule: Die Zürcher Regierung will die Kurspflicht auf Halter von kleinen Hunden ausdehnen. Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Egal ob Rottweiler oder Chihuahua – vor dem neuen Hundegesetz sollen alle Rassen gleich sein. Für deren Halter bedeutet das: Wer einen Hund hat, muss in die Schule. Der Kurs wird Pflicht – für alle. So wünscht es sich zumindest der Regierungsrat, der heute Donnerstag den Entwurf für das neue Hundegesetz vorgestellt hat.

Und so sieht die Vorlage konkret aus: Wer erstmals einen Hund im Kanton Zürich besitzt, muss insgesamt acht Lektionen besuchen, sechs praktische und zwei theoretische. Ziel ist die Vermittlung der tiergerechten und sicheren Haltung eines Hundes. Wer bereits früher einen Hund besessen hat, wird vom theoretischen Teil dispensiert, muss aber auch mit seinem neuen Vierbeiner die praktischen Kurse besuchen.

Kommt dieses Gesetz durch, kommen einige Änderungen auf die Hundehalter zu. Heute sind nur jene von der Kurspflicht betroffen, die eine grosse und massige Hunderasse besitzen. Das heisst: Schulterhöhe von 45 Zentimetern und ein Gewicht von mindestens 15 Kilogramm. Zwar müssten in Zukunft deutlich mehr Personen in die Hundeschule, dafür sind die Kurse deutlich kürzer als heute. Die Dauer würde von vierzehn auf maximal acht Lektionen für jemanden, der zum ersten Mal einen Hund hält, reduziert. Weiter entfällt die bisherige Unterscheidung zwischen Welpen-, Junghunde- und Erziehungskurs. Der Gesetzesentwurf geht nun in die Vernehmlassung.

Scharfes Zürcher Hundegesetz

Den letzten Entwurf für ein neues Hundegesetz lehnte das Zürcher Stimmvolk im vergangenen Februar ab. Es sagte klar Nein zur Abschaffung der obligatorischen Kurse. Abschaffen wollten diese die bürgerlichen Parteien im Kantonsrat. Diese hatten den Entwurf der Regierung auch dahingehend verändert, während die linke Ratsminderheit schon früher eine Ausbildungspflicht für alle gefordert hatte.

Die Minderheit ergriff das Referendum und gewann schliesslich deutlich an der Urne. Gestärkt durch das Abstimmungsergebnis verkündete der zuständige Regierungsrat Thomas Heiniger (FDP) bereits am Abstimmungssonntag, dass nun die Kurspflicht für alle kommen solle.

Der Kanton Zürich hat bis heute eines der schärfsten Hundegesetze der Schweiz. Geschaffen wurde es nach einem tödlichen Angriff von drei Pitbulls auf ein Kind in Oberglatt im Jahr 2005. Ob die Hundekurse Wirkung zeigen, ist unklar. Die Beissstatistiken lassen keine eindeutigen Aussagen zu. Aber: Offenbar fühlt sich laut Studien die Bevölkerung seit der Einführung des Obligatoriums sicherer.

Erstellt: 25.04.2019, 12:59 Uhr

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Kommentare

Die Welt in Bildern

Grosstransport: Ein vietnamesischer Mann befördert eine Vielzahl an Gütern mit seinem Motorrad durch die Stadt Hanoi. (22. Juli 2019)
(Bild: Minh Hoang / EPA) Mehr...