Kathy Riklin will auch noch in den Kantonsrat

Nach 37 Jahren in Gemeinde- und Nationalrat tritt die CVP-Politikerin erstmals auch bei Kantonsratswahlen an.

Überraschung auf der CVP-Liste 1+2: Kathy Riklin rangiert auf dem zweiten Platz

Überraschung auf der CVP-Liste 1+2: Kathy Riklin rangiert auf dem zweiten Platz Bild: Keystone

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Überraschung auf der CVP-Liste 1+2 für die Kantonsratswahlen im März: Da will sich Kathy Riklin, Jahrgang 1952, Geologin, auf dem zweiten Listenplatz in den Kantonsrat wählen lassen. Das ist jene Berufspolitikerin, die 1982 in den Zürcher Gemeinderat einzog, 2000/01 dessen Präsidentin war und nun 19 Jahre für die CVP im Nationalrat sitzt. Sieben Jahre lang war sie überdies Mitglied des Universitätsrats.

Folgt jetzt eine weitere Karriere im letzten Parlament, das im Palmarès der Kathy Riklin noch fehlt? Oder eine Absicherung für den Fall, dass sie auf der Liste der Christlichsozialen Vereinigung im Herbst nicht für eine sechste Legislatur im Nationalrat gewählt wird? Bekommt Kathy Riklin nie genug?

Riklin rangiert auf zweitem Listenplatz

Von nie nachlassender Gier nach Politik und Macht will Riklin nichts wissen. «Die Chancen, dass ich in den Kantonsrat gewählt werde, betragen 0,01 Prozent», sagt die Naturwissenschaftlerin mit Doktortitel. Solche Prognosen sind beim Zürcher Wahlverfahren nach Pukelsheim allerdings sehr unzuverlässig.

Tatsache ist, dass Riklin auf der Anfang Woche eingereichten städtischen CVP-Liste 1+2 an zweiter Stelle rangiert hinter dem CVP-Urgestein und Alt-Gemeinderat Christian Traber. Seit 1991 ist die CVP in diesem Wahlkreis nicht mehr vertreten.

Ein Wunsch aus Bern

«Meine Kandidatur für die Kantonsratswahlen wurde von Bern aus gewünscht», sagt Riklin. Ihre ursprüngliche Heimpartei 7+8 sei für die Kantonsratswahlen als Erste auf sie zugekommen. Weil Riklin aber schon lange an der Schipfe im Kreis 1 wohnt, hat sie abgesagt. «Wenn schon, trete ich in meinem Wohnkreis an», bot sie Christian Traber an. Und der habe sie gleich auf die zweite Position gesetzt. Fünf Sitze stehen dem Kreis 1+2 zu. SP, SVP, FDP, Grüne und allenfalls GLP dürften aber grössere Chancen haben als die schwächelnde CVP, die bei den letzten Gemeindewahlen gar aus dem Zürcher Gemeinderat geflogen ist.

Christian Traber begrüsst die Kandidatur von Riklin ausdrücklich, obschon für ihn das Risiko besteht, dass sie ihn überholt. «Natürlich wäre es schöner, mit jungen, hoffnungsvollen Kandidaten in die Wahlen zu ziehen.» In einem chancenarmen Wahlkreis mache es aber mehr Sinn, mit bekannten Schlachtrössern anzutreten, um möglichst viele Listenstimmen für die Partei im ganzen Kanton zu sammeln, so Traber. «Für Junge ist eine solche Aufgabe undankbar.»

Riklin betont: «Wenn ich gewählt werde, nehme ich mein Amt als Kantonsrätin selbstverständlich an.» Bloss als selbstlose Stimmenlieferantin will sie dann doch nicht antreten. Als Prorektorin einer kantonalen Mittelschule durfte sie bisher nie für den Kantonsrat kandidieren.

Wieder in KVZ eingetreten

Der Name Kathy Riklin steht auch auf der Empfehlungsliste der Vereinigten Personalverbände. Ihrem Gesuch wurde aber erst stattgegeben, nachdem sie den Mitgliederbeitrag beim Kaufmännischen Verband wieder bezahlt hatte. Vor einem Jahr nämlich wollte Kathy Riklin noch aus dem Nationalrat zurücktreten und löste ihre Mitgliedschaft auf.

Erstellt: 18.01.2019, 15:30 Uhr

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