Keine Chance für den Eheschutz

Braucht es einen Eintrag in der Verfassung zum Schutz der Ehe? Nein, finden die Zürcher Stimmberechtigten. Die EDU-Initiative fällt klar durch.

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Schon kurz nachdem die Abstimmungslokale um 12 Uhr geschlossen worden waren und erste Hochrechnungen vorlagen, war klar, dass die Zürcherinnen und Zürcher die Volksinitiative «Schutz der Ehe» der Eidgenössisch-Demokratischen Union (EDU) ablehnen würden. Nun liegt das definitive Resultat vor: Der Ja-Stimmen-Anteil liegt bei gerade mal 19,09 Prozent.

Die Initiative forderte eine Definition des Ehebegriffs in der Verfassung des Kantons Zürich. Die Partei wollte mit ihrem Vorstoss eine Öffnung der Ehe verhindern und sie als «eine auf Dauer angelegte und gesetzlich geregelte Lebensgemeinschaft zwischen Mann und Frau» definieren. Es seien Bestrebungen im Gang, die Ehe für gleichgeschlechtliche Personen zu öffnen, sie für mehr als zwei Personen zu erlauben oder sie abzuschaffen, kritisierte die Partei. Mit ihrer Initiative wollte sie deshalb die «natürliche Ehe» schützen.

Nur SVP unterstützte die EDU-Vorlage

Die EDU hat bereits im Vorfeld der Abstimmung einzig von der SVP Unterstützung erhalten. Alle anderen Parteien lehnten die Vorlage ab. Auch der Kantonsrat hat sich bereits am 6. Juni 2016 mit 110 zu 52 Stimmen deutlich gegen die Volksinitiative «Schutz der Ehe» ausgesprochen.

Das Recht auf Ehe und Familie sei durch den Artikel 14 der Bundesverfassung bereits geschützt, und im Schweizerischen Zivilgesetzbuch sei das Eherecht umfassend geregelt, lautet die Begründung. Aus dem Wortlaut des Zivilgesetzbuchs gehe zudem klar hervor, dass die Ehe aus der Gemeinschaft eines «Ehemannes» und einer «Ehefrau» bestehe. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 27.11.2016, 12:00 Uhr

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