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Kinderschutz: Mira reicht Stadt nicht mehr

Die Stadt unterstützt Sportvereine künftig nur dann, wenn sie Mitglied des Kinderschutz-Vereins Versa sind. Damit distanziert sie sich von der Fachstelle Mira.

Das Sportamt sei zum Schluss gekommen, dass der Verein Mira die an ihn zu stellenden Anforderungen vorderhand nicht mehr zweifelsfrei erfüllen könne, heisst es in einem Schreiben von gestern Mittwoch, über das die Sendung «Schweiz aktuell» berichtet hatte.

«Eine Mitgliedschaft bei Mira genügt bis auf weiteres nicht mehr, um die Jugendschutzvoraussetzungen für den Erhalt von städtischen Jugendsportförderungsbeiträgen zu erfüllen», schreibt die Stadt. Damit ein Verein weiter finanziell unterstützt werde, müsse er bei Versa Mitglied werden. Die Organisation setzt sich ein für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexuellen Übergriffen.

Stadt unterstützt Vereine mit 2 Millionen

«Unsere oberste Priorität ist es, Kinder und Jugendliche vor sexuellen Übergriffen in Vereinen zu schützen», sagt Marc Caprez, Sprecher des städtischen Schul- und Sportdepartementes. Das sei ein sehr heikler Bereich und vertrage keine Halbheiten. Deshalb habe sich die Stadt Zürich aus präventiven Gründen für den Schritt entschieden.

Beim Kanton laufe eine Untersuchung gegen Mira und die Stadt wolle diesen Ergebnissen nicht vorgreifen. Die Vereine hätten ausreichend Zeit, um die Mitgliedschaft bei Versa zu beantragen. Die Gelder für die Jugendsportförderung würden in der Regel sowieso erst vor den Sommerferien ausbezahlt.

Insgesamt unterstützt die Stadt gemäss Caprez jährlich rund 200 Vereine mit total zwei Millionen Franken. Gegen 150 sind bereits bei Versa Mitglied, rund 50 bei Mira.

Mitarbeiter eines Klettervereines in Haft

Die Fachstelle Mira steht in der Kritik, weil sie angeblich davon wusste, dass ein Mitarbeiter eines Zürcher Klettervereines mutmasslich Kinder sexuell belästigte. Der Mann sitzt seit Anfang Jahr in Untersuchungshaft. Ihm wird vorgeworfen, sich gegenüber vier unter 16-Jährigen strafbar verhalten zu haben.

Mira wird dafür von einem Mitarbeiter eines Zürcher Kletterzentrums kritisiert, weder die Behörden noch andere Stellen eingeschalten zu haben. Der Opferschutz spiele in der Fachstelle nur eine untergeordnete Rolle. Auch eine Sektion des Schweizer Alpen- Clubs SAC habe die private Fachstelle über verdächtiges Verhalten des Mannes informiert.

Mira will kantonale Untersuchung abwarten

«Wir sind sehr erstaunt über die Empfehlungen der Stadt Zürich», sagte Janine Graf, Geschäftsleiterin von Mira. Näher äussern wollte sich Graf nicht. Mira wolle nun die Untersuchung des Kantons abwarten. «Damit haben wir eine seriöse Entscheidungsgrundlage.»

Die Fachstelle Mira bietet Vereinen Beratungen an, wie bei Verdachtsfällen vorgegangen werden kann. «Wir greifen in einem Verdachtsfall nicht ein», sagte Graf. Für die Umsetzung von Schutzmassnahmen oder eine Strafanzeige seien die Vereine verantwortlich. Betroffene würden an die kantonalen Opferhilfe- Vereine verwiesen. «Wir sind keine Opferhilfe-Stelle.»

SDA/jcu

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