Knapper Entscheid: Kanton Zürich hat eine junge Datenschützerin

Nach 26 Jahren tritt Bruno Baeriswyl ab. Seine Nachfolgerin wurde in einer Kampfwahl erkoren.

Steht für Kontinuität, sieht aber auch Veränderungspotenzial bei der Datenschutzstelle des Kantons: Dominika Blonski (37).

Steht für Kontinuität, sieht aber auch Veränderungspotenzial bei der Datenschutzstelle des Kantons: Dominika Blonski (37). Bild: Sabina Bobst

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Dominika Blonski ist neue Datenschutzbeauftragte des Kantons Zürich. Sie wird Anfang Mai die Nachfolge von Pionier Bruno Baeriswyl antreten. Im Kantonsrat erhielt Blonksi heute Montagmorgen 89 Stimmen, ihr Mitbewerber Claudius Ettlinger 80 Stimmen, das absolute Mehr lag bei 85 Stimmen.

Blonski arbeitet bereits jetzt beim kantonalen Datenschutz. Sie leitet dort die Abteilung Recht und Informationssicherheit. Sie wurde 1982 geboren und hat an der Universität Bern doktoriert. Claudius Ettlinger ist Datenschutzbeauftragter der SBB.

Gratuliert seiner Kontrahentin: SBB-Datenschützer Claudius Ettlinger mit Dominika Blonski. Foto: Sabina Bobst

Es war das erste Mal, dass diese Stelle aufgrund eines Wahlvorschlags der Geschäftsleitung des Parlaments besetzt wurde. Bisher war das Aufgabe des Regierungsrates gewesen. Roman Schmid (SVP, Opfikon) war der Präsident der Findungskommission. Er betonte vor der Wahl, dass dieses Amt nicht nach parteipolitischen Gesichtspunkten vergeben werde, wie das bei anderen Ämtern üblich ist. Beide Kandidierenden sind parteilos. Es wurde geheim gewählt.

15 Bewerbungen

Der Stellenbeschrieb war umfangreich, verlangte unter anderem eine abgeschlossenes Studium und fundierte Berufserfahrung in Datenschutz und Informatik. 15 Bewerbungen gingen ein, sechs kamen in die engere Wahl, drei wurden von der Kommission zum Vorstellungsgespräch eingeladen.

Die neue Datenschutzbeauftragte hat vom Kantonsrat bereits vorgängig ein Geschenk erhalten. Dieser stockte letzte Woche die Stelle von 9,2 Vollzeitstellen auf 12,2 auf, wie es Baeriswyl jahrelang beantragt hatte. Mit dem derzeitigen Etat sei es unmöglich die stetig wachsenden Aufgaben des Datenschutzbeauftragten zu erfüllen.

Blonski zeigte sich sehr erfreut über die Wahl. Dass diese relativ knapp ausfiel, hatte sie erwartet. Sie stehe für Kontinuität, sehe aber auch durchaus Veränderungspotenzial. «Baeriswyl hat ein unglaublich gutes Fundament gelegt. Ich werde bemüht sein, dass die Datenschutzstelle mit ihren Dienstleistungen noch etwas bekannter und präsenter wird.»

Die unabhängige Stelle für Datenschutz beaufsichtigt den Umgang mit Daten auf der kantonalen Verwaltung, bei den Gemeinden sowie bei den übrigen Behörden und öffentlichen Einrichtungen im Kanton. Sie soll diese Gremien in Datenschutzfragen auch beraten.

Erstellt: 16.12.2019, 09:41 Uhr

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