SVP-Spitze setzt auf ihren bekanntesten Mann

Roger Köppel statt Alfred Heer soll für die Zürcher SVP in den Ständerat. Die Konkurrenz ist hart.

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Der Vorstand der Zürcher SVP hat spätabends nach intensiver Diskussion entschieden. Er will mit einem einzigen Nationalrat in den Ständeratswahlkampf ziehen: Roger Köppel (54), Favorit, «Weltwoche»-Chef und bestgewählter SVP-Nationalrat aller Zeiten.

Köppel gewinnt das interne Duell gegen seinen Nationalratskollegen Alfred Heer, ehemaliger Zürcher SVP-Chef und Meister des Polterns und Zündelns in der Öffentlichkeit. Abschliessend entscheiden wird nun die SVP-Delegiertenversammlung am kommenden Dienstag.

Europa-Thema gab Ausschlag

Laut dem kantonalen SVP-Parteipräsidenten Konrad Langhart hat Köppels Kenntnis im Europa-Dossier den Ausschlag für seine Wahl gegeben. Europa werde im Lauf des Jahres wieder vermehrt ein Thema werden, sagt Langhart.

Während Wahlkampfleiter Heer sein Interesse an einer Kandidatur schon länger bekannt gegeben hatte, drängte sich Roger Köppel im Januar überraschend vor. Er gab an einer Medienkonferenz bekannt, Ständerat werden zu wollen. Ein Coup, den auch Parteipräsident Konrad Langhart düpierte: Köppel hatte seine Kandidatur mit der Parteileitung nicht abgesprochen, bevor er vor die Medien trat.

Leutseeliger Heer, geschliffener Köppel

So oder so hat die Ständeratskandidatur der SVP einen Hauptzweck: zu wirbeln. Die Partei muss für die Wahlen im Herbst die Aufmerksamkeit auf sich und ihre Themen lenken, um der Klimadebatte entgegen zu halten. Nach der Wahlschlappe in Zürich hat sie das dringend nötig.

Beiden Kandidaten, Köppel und Heer, hätte die Partei zugetraut, dass sie intelligent für Aufmerksamkeit sorgen können. Köppel gilt als geschliffener Redner mit einer Hauszeitung, der das Europa-Thema vorantreiben kann. Er sagt, es gebe zurzeit zu viele «Europa-Turbos» im Ständerat.

Gegen die zwei bisherigen Ständeräte Daniel Jositsch (SP) und Ruedi Noser (FDP) dürfte es jedoch auch für den bekannten Köppel praktisch unmöglich sein, zu gewinnen. Sie haben sich im Ständerat etabliert, verstehen sich gut und treten beide erneut an.

Grüne Konkurrenz für Noser

Nach dem Linksrutsch im Zürcher Kantonsrat trachten jedoch auch die Umweltparteien nach einer Verschiebung im Ständerat, und nicht nur die SVP.

Grüne und Grünliberale versuchen, wie eine Anfrage ergab, möglichst mit einer ökologisch versierten Frau Ruedi Noser anzugreifen. Bei den Grünliberalen steht Tiana Angelina Moser im Vordergrund, bei den Grünen Parteipräsidentin Marionna Schlatter oder die beiden Nationalräte Bastien Girod und Balthasar Glättli.

Erstellt: 26.03.2019, 19:15 Uhr

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