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Köppel von der Zürcher SVP nominiert

Der SVP-Nationalrat wird zum Wahlkampf für den Ständerat antreten. Überdies wählten die Delegierten Patrick Walder zum neuen Präsidenten.

Köppel findet klare Worte: «Angriff ist für die SVP die richtige Strategie». Video: SDA

Roger Köppel steigt für die SVP in den Wahlkampf für den Ständerat: Er ist heute Abend mit einer Gegenstimme von der Delegiertenversammlung nominiert worden. Damit tritt er gegen die beiden bisherigen Ständeräte an. Ruedi Noser von der FDP und Daniel Jositsch von der SP haben ihre Wiederkandidatur vor einiger Zeit schon bekanntgegeben.

Kein Thema mehr an der SVP-DV war eine Kandidatur von Alfred Heer. Er hatte seine Ambitionen nach dem Wahldebakel vor eineinhalb Wochen aufgegeben. Heer war bei den Zürcher Gesamterneuerungswahlen Wahlkampfleiter. Mit Köppel möchte die SVP wieder in die kleine Kammer des Bundeshauses zeihen. Den Sitz hat sie vor zwölf Jahren verloren.

Köppel werden von Politexperten kaum Chancen eingeräumt. Doch nach dem ruhigen und eher langweiligen Wahlkampf in den Zürcher Kantons- und Regierungsrat ist er gewillt, bis in den Herbst hinein für Spektakel zu sorgen. Das bewies er bei seiner Nomination. Die SVP müsse deutlich und provokativ auftreten und aufzeigen, dass die anderen eine falsche Politik machen: «Kampf heisst Angriff.» Man müsse den Fremdbestimmungs- und Kolonialvertrag mit der EU bekämpfen.

«Klimaabzocker bereichern sich»

Köppel sagte in seiner Rede vor knapp 350 stimmberechtigten Delegierten, dass die SVP nicht auf die Mainstream-Medien hören dürfe, denn das führe sicherlich zum Misserfolg. Im weiteren polterte er gegen die momentane Klimadiskussion. Rot-grüne Profiteure und Klimaabzocker würden sich bereichern und wollten eine Klimadiktatur einrichten. Er geisselte den «rot-grünen Kindsmissbrauch» durch linke Lehrer an den Schulen. «Wenn die anderen den Kopf verlieren, muss die SVP einen kühlen Kopf bewahren.»

Ein Antrag des Stadtzürcher Gemeinderats Urs Fehr, auf eine aussichtslose Kandidatur bei den kommenden Ständeratswahlen zu verzichten und einen Kandidaten wie Regierungsrat Ernst Stocker für die Wahlen 2023 aufzubauen, hatte an der Versammlung keine Chance.

Walder ist neuer Präsident

Zum Nachfolger von Parteipräsident Konrad Langhart, der nach dem Wahldebakel seinen Rücktritt erklärte, haben die Delegierten um 23.35 Uhr interimsmässig Patrick Walder gewählt. Als Vizepräsidenten stehen ihm die neu gewählten Alt-Nationalrat Toni Bortoluzzi, Kantonsrätin Elisabeth Pflugshaupt und Kantonsrat Orlando Wyss zur Seite. Sie wurden alle in globo mit 242 zu 45 Stimmen gewählt. Zudem gehören dem Präsidium Fraktionspräsident Martin Hübscher und Quästor Roger Liebi an.

Trotz Misstönen: Walder sieht nach der Wahl eine breite Basis hinter sich. Video: SDA

Walder sagte, die wichtigste Aufgabe sei nun, eine Strategie für die nationalen Wahlen, die in 202 Tagen stattfinden, auszuarbeiten. Die Themen seien bekannt, Sicherheit und Freiheit stünden im Vordergrund. «Wir müssen den Leuten in einer einfachen und direkten Sprache aufzeigen, welche Lösungen wir anstreben.» Die SVP habe auf alle politischen Fragen eine Antwort, auf dem Klimazug werde die Partei nicht aufspringen. Er setze zudem auf eine konsequente Ausländer- und Asylpolitik.

«Undemokratische Hauruckübung»

Christoph Blocher trat eindringlich für das neue Gremium ein und kritisierte das abtretende Präsidium, das bei den Gemeinderatswahlen vor einem Jahr und bei den vergangenen Kantonsratswahlen zu wenig gemacht habe und zu spät dran gewesen sei. «Wir hatten ein Führungsproblem.» Langhart wehrte sich gegen die Vorwürfe und erhielt dafür Applaus.

Eine über einstündige Diskussion hatte sich zu Beginn der DV um die kurzfristig angesetzte Wahl des neuen Präsidenten entwickelt – durchaus ein Symbol für die Verunsicherung der sonst so erfolgsverwöhnten Partei. Für einen Delegierten hatte das Vorgehen ein «Geschmäckli» einer undemokratischen Hauruckübung aus einem Hinterzimmer, die der SVP nicht würdig sei. Die Parteimitglieder müssten bei einer solchen Frage mitdiskutieren.

Politprominenz wie Roger Köppel, Thomas Matter oder Toni Bortoluzzi erklärten aber, die Zeit dränge. Matter sagte, die Partei befinde sich in einer Krise. Und Bortoluzzi meinte, es stimme ihn nachdenklich, dass in der kantonalen SVP heute weder ein Konzept noch eine Strategie für die eidgenössischen Wahlen existiere.

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