Zum Hauptinhalt springen

Krötenschwemme in Kloten beschert Bussenflut

700 Autofahrer müssen mehrere Zehntausend Franken Busse bezahlen. Sie fuhren zur Hauptwanderzeit der Amphibien durchs Eigental bei Kloten.

Das nächtliche Fahrverbot durchs Eigental wird von vielen Autolenkern missachtet. (Archivbild 2006 «Tages-Anzeiger»)
Das nächtliche Fahrverbot durchs Eigental wird von vielen Autolenkern missachtet. (Archivbild 2006 «Tages-Anzeiger»)

Das Eigental bei Kloten ist ein bedeutendes Naturschutzgebiet. Es verfügt über eine der grössten Amphibienpopulationen des Kantons Zürich. Tausende von Erdkröten und Grasfröschen wandern jedes Frühjahr an den Eigentalweiher, um sich zu paaren und Eier abzulegen. Anschliessend kehren sie wieder in ihre Sommerquartiere zurück. Deshalb wird die Eigentalstrasse zwischen Oberembrach und Birchwil/Nürensdorf ab März nachts während vier bis sechs Wochen jeweils gesperrt.

Sogenannte Catch-can-Kameras, welche die Autokennzeichen erfassen, überwachen die Sperrung an beiden Eingängen des Schutzgebietes. Mit Erfolg: Zwischen dem 8. März und dem 19. April wurden insgesamt 700 Übertretungen des Fahrverbots registriert, wie der «Zürcher Unterländer» heute berichtet. Die fehlbaren Automobilisten werden gemäss Marc Osterwalder, Bereichsleiter Lebensraum und Sicherheit der Stadt Kloten, mit je 100 Franken gebüsst. Somit fallen für Kloten rund 70’000 Franken Strafgelder an.

Die Strasse ist zudem in den Monaten Juni und Juli wegen anderen Amphibienarten und Wildtieren totalgesperrt. Im Herbst, zur Zeit der Rückwanderung der Amphibien, ist sie nachts während maximal 30 Tagen gesperrt. Die Sperrung hängt von der Witterung ab und wird auf der Website der kantonalen Fachstelle für Naturschutz veröffentlicht. Auch im letzten Herbst wurde die Sperrung massiv missachtet. Rund 1000 Autolenker wurden gebüsst und schwemmten der Stadt Kloten 100’000 Franken in die Stadtkasse.

Trotzdem kam es im Frühling zu keinem nächtlichen Kröten- und Froschmassaker. Denn einige Hundert Meter nach den digitalen Verbotsanzeigen wurden nach den negativen Erfahrungen vom letzten Herbst mobile Abschrankungen aufgestellt. Die Autofahrer mussten wieder wenden und wurden trotzdem gebüsst.

In Zukunft eine Barriere?

Laut Marc Osterwalder ist geplant, die Eigentalstrasse mittels automatischer Barrieren zu sperren. Dann müssten nicht immer Mitarbeiter die mobilen Abschrankungen abends und morgens aufstellen beziehungsweise abräumen. Man müsse aber noch technische Fragen klären, beispielsweise, ob die Barrieren mit Solarstrom betrieben werden können. Das letzte Wort habe der Stadtrat von Kloten. Das Geld würde keine entscheidende Rolle spielen, die Bussen von 170’000 Franken innert eines halben Jahres hätten die Investitionen schon amortisiert. Eine Barriere hat es bereits auf einer Zufahrtsstrasse zum Eigental. Bei Gerlisberg verhindert eine automatische Barriere die Fahrt nach Birchwil.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch