Kyburg ist Geschichte

Die Gemeinde Kyburg ist ab morgen Teil der Stadt Illnau-Effretikon.

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Was einst das Zuhause von Grafen und Landvögten war, ist ab morgen Geschichte. Die Gemeinde Kyburg gehört ab 2016 offiziell zur Stadt Illnau-Effretikon. Der Entscheid zur Fusionierung kam im Juni dieses Jahres: In einer Volksabstimmung sagten die Kyburger mit 81 Prozent Stimmen Ja zur Eingemeindung. Bereits seit 2009 liebäugelte die Bevölkerung mit der Idee, sich einem Nachbar anzuschliessen. Nebst Illnau-Effretikon war auch Weisslingen im Gespräch.

Einer der Hauptbeweggründe für die Anbindung an Illnau-Effretikon waren die Kyburger Geldsorgen. Immer wieder stiess die 400-Seelen-Gemeinde an ihre finanziellen Grenzen. So kam Kyburg im Jahr 2012 zum Schluss, dass man sich die dorfeigene Schule nicht mehr leisten könne. Bereits da war klar, nur eine Gemeindefusion würde helfen.

Die Mär der eisernen Jungfrau

Kyburg ist vielen ein Begriff, weil die 900 Jahre alte Burg aufgrund ihrer Geschichte oft Ziel von Schulausflügen war und ist. Nach dem Aussterben der Lenzburger und der Zähringer waren die Kyburger Grafen bis zum Jahr 1263 das einflussreichste Geschlecht. Nach ihrem Aussterben wiederum übernahmen die Habsburger ihr Erbe. Viele ehemalige Schüler werden sich aber vor allem an die Eiserne Jungfrau erinnern, die im Schloss steht. Die metallene Schalung in Form einer Frau ist ein Folterinstrument aus dem Mittelalter. Nach Einschliessen eines Menschen sollte dieser mit Nägeln oder Dornen aufgespiesst werden. Benutzt wurde die Eiserne Jungfrau in Kyburg in Wirklichkeit aber nie.

Schwer zu glauben, dass Kyburg im Mittelalter Machtmittelpunkt der Schweiz war, wird es jetzt doch von der politischen Gemeindekarte ausradiert. Durch den Zusammenschluss übernimmt Kyburg das Wappen, den Namen und das Bürgerrecht von Illnau-Effretikon. Die Kyburger werden im Stadtrat vorerst nicht vertreten sein, da es keine Neuwahlen gibt. Die Kyburger Behörden haben ihr Amt bereits am 24. Dezember niedergelegt.

Ab morgen wächst Illnau-Effretikon mit der Eingemeindung von Kyburg um 7,6 Quadratkilometer auf knapp 33 Quadratkilometer und wird flächenmässig somit zur drittgrössten Gemeinde des Kantons, gleich hinter Zürich und Winterthur.

Erstellt: 31.12.2015, 13:08 Uhr

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