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Leben auf 9 Quadratmetern für 3900 Franken

1100 Franken darf in Zürich die Wohnung eines Sozialhilfebezügers kosten. Doch die Wohnungsnot kommt den Steuerzahler teuer zu stehen, wie das Schicksal von Marianne Wegmüller zeigt.

Das ist eine Geschichte, die nur Verlierer kennt. Marianne Wegmüller* gehörte einst zu den gefeierten Fotografinnen Englands und wohnte in einer Loft in East London. Heute lebt die 69-jährige Zürcherin von der Sozialhilfe, kämpft gegen den Krebs – und hat keine Wohnung mehr. Als Fotografin kann sich die 69-Jährige nicht mehr über Wasser halten, und seit sie sich von ihrem vermögenden Freund getrennt hat, unterstützt sie niemand mehr.

Jetzt ist sie in einem Guesthouse an der Weststrasse untergebracht. Seit fast fünf Monaten wohnt sie nun in einem Zimmer, das jeden Tag 130 Franken kostet, rund 3900 Franken pro Monat. Den Löwenanteil davon trägt der Steuerzahler. «Einen Teil bleibe ich dem Staat schuldig», sagt Wegmüller. «Ich weiss nicht, wie ich das jemals bezahlen soll.» Grund für die Unterbringung im Hotel ist, dass Wegmüller keine Wohnung findet, die günstig genug ist. Das Sozialamt bezahlt maximal 1100 Franken an die Wohnung für einen Erwachsenen.

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