Lehrer und Kindergärtnerinnen dringend gesucht

Drei Tage vor den Ferien sind in Zürich fürs neue Schuljahr noch rund 160 Stellen unbesetzt. Der Lehrerverband fordert bessere Arbeitsbedingungen, um den Lehrermangel zu verringern.

Lehrerberuf soll für eine lebenslange Berufskarriere attraktiver werden: Ein Lehrer hilft seinem Schüler bei den Aufgaben.

Lehrerberuf soll für eine lebenslange Berufskarriere attraktiver werden: Ein Lehrer hilft seinem Schüler bei den Aufgaben. Bild: Keystone

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Im Kanton Zürich steigen die Schülerzahlen weiter an und mit ihnen der Bedarf an Lehrpersonen. Einmal mehr konnten vor Ende des Schuljahres nicht alle offenen Stellen fürs kommende Schuljahr besetzt werden. Besonders angespannt ist die Lage in den Kindergärten. Auch schulische Heilpädagogen sind derzeit schwer zu finden.

Gemäss dem Stellenportal des Kantons sind derzeit rund 160 Stellen nicht besetzt. Allerdings handelt es sich dabei nicht nur um Stellen für Klassenlehrer sondern häufig um kleinere Pensen und auch um befristete Stellen. Gemäss dem Volksschulamt ist die Situation in etwa gleich wie vor einem Jahr.

Rentner sollen weiterarbeiten

Allerdings schätzt auch die Bildungsdirektion die Lage als nicht ganz unproblematisch ein. In einem Rundschreiben an die Schulen empfiehlt das Volkschulamt, auch Personen in der Ausbildung einzustellen. Für die Kindergärten sollen auch Lehrpersonen im Rentenalter fürs Weiterarbeiten motiviert werden. Auch Quereinsteiger können demnach schon vor Abschluss ihrer Ausbildung eingestellt werden.

Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband bezeichnet diese Massnahme in einem heute Morgen versandten Communiqué als «Pflästerlipolitik» und verlangt nachhaltige Massnahmen, auch solche die nicht kostenneutral sind. Insbesondere sollen die Arbeitsbedingungen der Lehrpersonen verbessert werden. Gefordert ist mehr Zeit fürs Unterrichten und eine Senkung der Pflichtstundenzahl.

Lehrer als lebenslanger Beruf

Heute müssen Zürcher Lehrerinnen und Lehrer 28 Lektionen pro Woche unterrichten, was im Vergleich mit anderen Kantonen viel ist, im internationalen Vergleich sogar sehr viel. Der Kanton müsse dafür sorgen, dass der Lehrerberuf für eine lebenslange Berufskarriere attraktiv bleibe, schreibt der ZLV weiter.

Aus Sicht des ZLV gibt es zu viele Lehrpersonen, die nach ihrer Ausbildung den Beruf wieder verlassen. Verlässliche Zahlen gibt es dazu auf Nachfrage beim kantonalen Volksschulamt allerdings keine.

Erstellt: 10.07.2018, 11:43 Uhr

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