Leichenschändungs-Prozess: Kleine Verwahrung und 22 Monate Haft

Das Bezirksgericht Zürich ordnet für einen Mann, der seine Mitbewohnerin erwürgte und die Leiche schändete, eine stationäre Massnahme an.

Blumen für die Tote kurz nach der Tat: Der Eingang zum Wohnhaus, in dem die junge Französin getötet wurde. Bild: Stefan Hohler

Blumen für die Tote kurz nach der Tat: Der Eingang zum Wohnhaus, in dem die junge Französin getötet wurde. Bild: Stefan Hohler

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Der 34-jährige Mann, der seine Mitbewohnerin erwürgt hat und die Leiche schändete, muss 22 Monate ins Gefängnis. Zudem ordnete das Bezirksgericht Zürich eine stationäre Massnahme an.

Das Bezirksgericht Zürich veröffentlichte das Urteil am Donnerstag. Das Verhalten des Mannes erfülle den Tatbestand der vorsätzlichen Tötung und der Störung des Totenfriedens, heisst es in der Mitteilung.

Die Vorgehensweise und das Motiv des Beschuldigten seien äusserst verwerflich gewesen. Subjektiv sei zu berücksichtigen, dass der Beschuldigte an einer schweren psychischen Krankheit leide und die Tat auch unter Einfluss dieser Störung begangen habe.

Das Gericht kommt zum Schluss, dass der Beschuldigte die vorsätzliche Tötung im Zustand der vollständigen Schuldunfähigkeit begangen habe. Bei der Schändung des Leichnams, die er etwas später beging, sei er erheblich vermindert zurechnungsfähig gewesen, schreibt das Bezirksgericht. Die 22-monatige Freiheitsstrafe werde aufgrund seiner Vorstrafen und der schlechten Prognose unbedingt ausgefällt.

Verteidiger: Täter wollte sich wehren

Der Mann hatte die IT-Spezialistin im September 2016 in einem Streit erwürgt. Anschliessend verging er sich sexuell an der Leiche. Der Beschuldigte schilderte die Frau am Prozess am vergangenen Dienstag als unerträglich aggressiv. Sein Verteidiger sagte denn auch, der Beschuldigte habe die Frau gar nicht töten wollen. Er habe sich nur wehren wollen. Der Staatsanwalt hingegen plädierte auf 18 Monate Freiheitsentzug.

Der Beschuldigte zeigte sich am Dienstag teilweise geständig, es kam aber auch zum Eklat. Der Beschuldigte wurde zum Teil aus dem Gericht geschickt, weil er ausfällig geworden war. Die aus Frankreich angereiste Schwester des Opfers bewarf ihn mit einem Schuh.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Es kann beim Obergericht des Kantons Zürich angefochten werden.

(oli/sda)

Erstellt: 13.09.2018, 16:19 Uhr

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