Limmatboote stehen bald unter Strom

Die drei Kursschiffe auf der Limmat sind alt und müssen ersetzt werden. Die Schifffahrtsgesellschaft kauft als Ersatz umweltschonende Boote.

So stellt sich die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft die drei neuen Elektroboote für die Limmat vor.

So stellt sich die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft die drei neuen Elektroboote für die Limmat vor. Bild: ZSG

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Über 100 Tonnen CO2 wird die Zürichsee-Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) in Zukunft einsparen. Ab 2023 will sie die drei alten Limmatboote durch neue ersetzen. Diese werden nicht mehr über Dieselmotoren betrieben, sondern elektrisch. Das erklärten ZSG-Direktor Roman Knecht und Projektleiter Oliver Dali heute Morgen vor den Medien.

Die Boote Regula, Felix und Turicum, die im Sommer das Landesmuseum mit dem Bürkliplatz, der Enge und dem Zürihorn verbinden, sind mittlerweile um die 30 Jahre alt. Antriebsmotoren und Getriebe hätten das Ende ihrer Lebensdauer erreicht, sagte Knecht. «Eine Sanierung wäre teurer gekommen, als neue zu beschaffen.» Zudem habe die ZSG entschieden, auf umweltschonende Elektromotoren zu setzen. Er rechnet auch damit, dass die Betriebskosten geringer sind.

Das sind weitere Skizzen der ZSG für die neuen Limmatboote.

Wie genau die drei neuen Boote aussehen werden, ist noch offen. Die ZSG hat zwar in Studien Skizzen erstellt, doch Aufträge sind noch keine vergeben. Die Form der Schiffe ergebe sich durch die äusseren Umstände, sagte Projektleiter Oliver Dali. Die Boote müssen auf dem Fluss wenden und unter den Brücken hindurchfahren können. Länge, Breite und Höhe seien dadurch vorgegeben. Zudem sollen die Schiffe rollstuhltauglich werden.

Obwohl die Schiffe deshalb nicht grösser sein können als die bisherigen, werden sie mehr Sitzplätze bieten. Heute transportieren die Boote maximal 50 Personen, künftig werden es voraussichtlich 62 sein. Der Grund dafür: Die Elektromotoren benötigen weniger Platz, die Batterien können die Konstrukteure dort verstauen, wo sie nicht im Weg sind.

Keine Hitzeunterbrechungen mehr

Ein Problem beseitigt die ZSG ebenfalls mit den neuen Booten: Sie können den ganzen Sommer über fahren. In den letzten Jahren mussten sie den Betrieb immer wieder einstellen, weil es in der Kabine schlicht zu heiss für die Gäste und die Crew wurde. Die Elektroboote sind nun mit Klimaanlagen ausgerüstet. Der Fahrkomfort für die Gäste steigt zudem, weil die elektrischen Schiffsantriebe massiv ruhiger sind als die heutigen Verbrennungsmotoren. Von diesem Umstand und von den fehlenden Abgasen werden auch die Anwohner der Limmat profitieren.

Ab 2023 in Betrieb

Den Strom für die Boote will die Schifffahrtsgesellschaft über firmeneigene Fotovoltaik-Anlagen beziehen, welche sie auf ihrem Firmengelände erstellen wird. Bis zur Inbetriebnahme will sie von den EKZ Ökostrom beziehen. Die Boote sollen mit einer einzigen Batterieladung den ganzen Tag unterwegs sein können, sie müssen nicht nachgeladen werden.

Die Schifffahrtsgesellschaft hat im laufenden Jahr viel Vorarbeit für das Projekt geleistet, im kommenden Frühjahr will sie die Boote öffentlich ausschreiben. Bereits Ende des kommenden Jahres sieht die ZSG den Start für den Bau der Schiffe vor. Den Einsatz definitiv aufnehmen sollen sie frühestens ab der Saison 2023.

Die ZSG-Verantwortlichen informierten zudem über Neuerungen im Fahrplan, der ab Mitte Dezember gilt. Der Fahrplan 2020/21 verspreche mehr See für alle. Da die zunehmend milden Winter immer mehr Fahrgäste auf den See lockten, baue die ZSG die Wintersaison aus. Mit Abfahrt um 11.15 und 13.15 Uhr verkehren täglich neu zwei Grosse Seerundfahrten zwischen Zürich und Rapperswil. Zudem bietet die Gesellschaft eine zusätzliche kleine Rundfahrt. Im Sommer gibt es neu eine 55-minütige Mini-Seerundfahrt, auf der eine Audio-App Reisende über Sehenswürdigkeiten informiert und Hintergrundwissen vermittelt.

Erstellt: 19.11.2019, 15:51 Uhr

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