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Lok entgleiste wegen Unterhaltsmängeln

Mangelnde Unterhaltsarbeiten an einer Weiche waren der Grund, weshalb eine Lokomotive in Zürich aus den Gleisen gesprungen ist. Dabei habe man um die Schäden gewusst, heisst es im Untersuchungsbericht.

Schrauben waren so locker, dass sie von Hand herausgedreht werden konnten: Weiche im Gleisfeld vor dem Zürcher Hauptbahnhof.
Schrauben waren so locker, dass sie von Hand herausgedreht werden konnten: Weiche im Gleisfeld vor dem Zürcher Hauptbahnhof.
Gaetan Bally, Keystone

Im September 2013 ist im Vorbahnhof von Zürich eine Lokomotive bei einer Rangierfahrt aus den Gleisen gesprungen. Zum Unfall kam es auf Höhe einer Weiche in der Nähe des Dienstgebäudes bei der Langstrasse. Der 58-jährige Lokführer bemerkte plötzlich ein starkes Rumpeln. Kurz darauf stand die Lok mit allen vier Achsen neben den Schienen im Schotter.

Die Auswertung der Geschwindigkeitsmessanlage ergab, dass der Lokführer mit 28 km/h gefahren war, wie es im heute Mittwoch veröffentlichten Schlussbericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (SUST) heisst. Er hatte sich somit an die vorgeschriebene Rangiergeschwindigkeit von 30 km/h gehalten.

Hingegen offenbarten die Untersuchungen Mängel an der Weiche. Einzelne Schrauben waren so locker, dass sie von Hand herausgedreht werden konnten. Zudem war die Spurführung nicht mehr gewährleistet, weil ein sogenanntes Zungenprofil verschlissen war. Ein Rad der Lokomotive konnte soweit aufklettern bis der Spurkranz an der Schienenoberkante angelangt war und das Rad dort abzurollen begann.

Die üblichen Arbeiten nicht ausgeführt

Die Mängel an der Weiche waren bereits im Juli 2012 festgestellt worden. Wegen der lockeren Schrauben waren zwei provisorische Spurhalterungen angebracht worden. Normalerweise würden in einem solchen Fall die Schraubenlöcher saniert, schreibt die SUST. Das sei jedoch nicht geschehen.

Damit habe ein grosses Entgleisungsrisiko bestanden, heisst es im Schlussbericht. Die Weiche befinde sich zudem im Bereich der Einengung der Langstrassenbrücke. Entgleisungen in diesem sensiblen Bereich führten zu grossen betrieblichen Einschränkungen.

Mängel auch an der Lokomotive

Auch an der Lokomotive war nicht alles ordnungsgemäss. So war etwa die Spurenkranzschmieranlage nicht funktionsfähig. Das darf laut SUST zwar nicht zu einer Entgleisung führen, aber ein schlecht geschmierter Spurenkranz erzeuge mehr Reibung an der Schiene. Das könne das Aufklettern eines Rades begünstigen.

SDA/hub

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