Mann tötete seine Familie mit einer Schusswaffe

Zum Fall des 53-Jährigen, der in Affoltern am Albis seine Ehefrau und beide Kinder getötet hat, sind neue Details bekannt.

In diesem Haus in Affoltern am Albis hat ein Mann seine Frau und seine beiden Kinder erschossen.

In diesem Haus in Affoltern am Albis hat ein Mann seine Frau und seine beiden Kinder erschossen. Bild: Paolo Foschini

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Am Donnerstagabend fand die Kantonspolizei Zürich in einer Wohnung eines Zweifamilienhauses in Affoltern am Albis vier Tote: Einen 53-jährigen Mann, dessen 51-jährige Frau und zwei Söhne im Alter von sieben und neun Jahren. Eine besorgte Frau hatte sich um 21 Uhr bei der Polizei gemeldet, weil ihre Mitarbeiterin nicht zur Arbeit erschienen war.

Die Staatsanwaltschaft geht nach derzeitigem Ermittlungsstand nach wie vor von drei Tötungsdelikten und einem Suizid aus. Das schreibt Erich Wenzinger, Leiter Kommunikation bei der Oberstaatsanwaltschaft, auf Anfrage. Gestützt auf die vorgefundene Situation und die Abklärungen verdichte sich die Erkenntnis, dass der Ehemann mit einer Schusswaffe zuerst seine Familie getötet und sich anschliessend selbst gerichtet habe.

Keine Hinweise auf andere Täterschaft

Es gebe derzeit keine Hinweise, dass neben dem 53-jährigen Mann weitere Personen als Täter in Frage kommen. Hintergründe, Motive und genauer Ablauf der Tat seien Gegenstand der weiteren Ermittlungen von Kantonspolizei und Staatsanwaltschaft.

Gemäss TA-Recherchen dürfte der Mann den Strafverfolgungsbehörden bereits bekannt sein. Als Kunden sind auf der Website seiner Firma etliche Schweizer Kantonspolizeien, Staatsanwaltschaften und Justizvollzugsämter bis hin zum FBI aufgeführt. Die Firma hat sich auf die Sicherung digitaler Beweise spezialisiert, erstellt etwa Gutachten über strafrechtlich relevante Videos oder analysiert auf Auftrag Handydaten oder Festplatten. Der Mann soll bei der Polizei Schulungen gegeben und Vorträge zum Thema gehalten haben.

Die Firma war auch in den Medien immer mal wieder präsent. 2008 zweifelte ein Verteidiger an ihrer Unabhängigkeit, da auch ehemalige Polizisten da arbeiten sollen. Die Firma arbeitet aber auch für private Anwaltskanzleien. Sie schloss offenbar ab den Nullerjahren erfolgreich eine Marktlücke: Unterstützung der Strafverfolgungsbehörden bei Cyberkriminalität oder Industriespionage. Wertvolles Können, das die Behörden erst nach und nach aufbauen mussten. Die Kantonspolizei Zürich will auf Anfrage dazu keine Angaben machen. Auch ein Mitinhaber der Firma gibt keine weitere Auskunft. (hwe/rar)

Erstellt: 22.07.2019, 13:38 Uhr

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