Marha und Linda müssen in Tschetschenien bleiben

Mario Fehrs Migrationsamt bleibt hart: Die aus Kilchberg ausgeschaffte tschetschenische Familie darf nicht mehr in die Schweiz einreisen.

Sie dürfen nicht zurück nach Kilchberg: Linda, Marha und Brüderchen Mansur M. (v.l.n.r.) müssen in Tschetschenien bleiben.

Sie dürfen nicht zurück nach Kilchberg: Linda, Marha und Brüderchen Mansur M. (v.l.n.r.) müssen in Tschetschenien bleiben. Bild: PD

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Eine nachträgliche Aufenthaltsgenehmigung war ihre letzte Hoffnung gewesen. Das kommt im heutigen Bericht von Tagesanzeiger.ch/Newsnet, in dem vor allem Marha (13) und Linda M. (11) zu Wort kommen, gut zur Geltung. Doch die sechsköpfige tschetschenische Familie, die viereinhalb Jahre in Kilchberg gelebt hatte und im vergangenen Juni ausgeschafft wurde, darf nicht mehr in die Schweiz einreisen.

Marha (l.) und Linda M. in Tschetschenien. Bild: PD

Dies hat die Migrationsamt von Regierungsrat Mario Fehr (SP) entschieden. Das Amt habe im Einklang mit dem Staatssekretariat für Migration (SEM) die Wiedereinreise der Familie am 25. Januar 2017 abgelehnt, heisst es in einer Mitteilung von heute Mittwochnachmittag.

Die Migrationsamt erinnert daran, dass das Bundesverwaltungsgericht die Wegweisung der Familie mit Urteil vom 18. Februar 2016 als zumutbar erachtet habe. Darauf hatte das SEM ein Einreiseverbot erlassen.

«Keine neue Dokumente»

In einem Gesuch vom 24. August 2016 beantragte die Familie die Erteilung einer Aufenthaltsbewilligung. Dabei wurden «keine wesentlichen neuen Dokumente eingereicht oder Tatsachen geltend gemacht, die nicht bereits im Zeitpunkt des Urteils des Bundesverwaltungsgerichts bekannt gewesen wären» worden, heisst es in der Mitteilung weiter. Deshalb habe dessen Beurteilung insbesondere in Bezug auf den Verbleib in Russland nach wie vor Geltung.

Weil der Kanton Zürich nicht abschliessend über das Gesuch entscheiden könne und eine Wiedereinreise zwingend der Zustimmung des SEM bedürfe, holte das Migrationsamt bei diesem eine Stellungnahme ein. Im November 2016 habe das SEM bekräftigt, dass die Rückkehr nach Russland «weiterhin als zumutbar einzuschätzen» sei. (pu)

Erstellt: 25.01.2017, 15:28 Uhr

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