Mario Fehr für Noser – Schlatter findets «anbiedernd»

Knatsch im linken Lager: Der SP-Regierungsrat unterstützt den FDP-Mann im Ständeratsrennen. Es gibt weitere Auffälligkeiten im Noser-Komitee.

Schon lange im Geschäft: Ruedi Noser und Mario Fehr 2006 als Nationalräte bei einem Streitgespräch.

Schon lange im Geschäft: Ruedi Noser und Mario Fehr 2006 als Nationalräte bei einem Streitgespräch. Bild: Keystone

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Die Wirtschaft unterstützt FDP-Kandidat Ruedi Noser im zweiten Wahlgang für den Zürcher Ständerat. Das war die – nicht unerwartete – Botschaft einer Medienkonferenz von heute Dienstagmorgen. Für mehr Aufsehen sorgte ein Satz von Noser zu seinem Komitee: «Ich freue mich insbesondere, dass Mario Fehr mich unterstützt.»

Der SP-Regierungsrat stellt sich also gegen seine Partei, die «klar hinter Marionna Schlatter steht», wie SP-Co-Präsident Andreas Daurù auf Anfrage sagt. Er ist nicht gänzlich überrascht vom Schritt Fehrs: «Wir sind vorinformiert». Und: «Das ist schade, aber wir haben keinen Einfluss auf einzelne SP-Exponenten», sagt Daurù. Er will aber auch kein Drama daraus machen. «Anders wäre es gewesen, wenn Fehr den SP-Kandidaten Daniel Jositsch nicht unterstützt hätte.» Jositsch ist bereits im ersten Wahlgang gewählt worden.

Die Grüne Ständeratskandidatin Marionna Schlatter zählt auf die SP-Basis. (Archivbild) Bild: Walter Bieri/Keystone

Grünen-Kandidatin Marionna Schlatter selbst gibt sich gelassen. «Ich fühle mich gut getragen von der SP-Basis», sagt sie und fügt giftig hinzu, diese sei ihr auch wichtiger als «ein sich nach rechts anbiedernder SP-Exponent».

Nicht das erste Mal

Sicherheitsdirektor Fehr war bereits vor vier Jahren im Komitee von Noser. Auf Anfrage sagte er nun, Noser sei ein guter persönlicher Freund von ihm. Zudem habe das Duo Jositsch/Noser in Bundesbern «ausgezeichnete Arbeit für den Kanton Zürich geleistet».

2015 hatten sich auch Ex-SP-Regierungsrat Markus Notter und der frühere Zürcher SP-Stadtpräsident Elmar Ledergerber zu Noser bekannt. Von den Grünen zur Wahl stand damals Bastien Girod.

Auch Rickli und Stocker

Auffallend im Noser-Komitee ist aber nicht nur Fehr, sondern weitere nicht-freisinnige Regierungsratsmitglieder. So unterstützen neben CVP-Bildungsdirektorin Silvia Steiner auch SVP-Gesundheitsdirektorin Natalie Rickli und SVP-Finanzdirektor Ernst Stocker den amtierenden FDP-Ständerat.

Dabei ist gar noch nicht klar, ob SVP-Kandidat Roger Köppel von seiner Partei aus dem Rennen genommen wird. Zwar schlägt dies der Parteivorstand vor, doch der Entscheid fällt erst heute Abend an der Delegiertenversammlung in Zumikon.

Der Schritt Natalie Ricklis erfolgte nach gestrigen «positiven Gesprächen zwischen der SVP- und FDP-Führung», sagt ihr Sprecher Marcel Odermatt. Darauf habe Ruedi Noser Rickli angefragt, worauf sie zusagte, ihren Namen zur Verfügung zu stellen.

Ernst Stocker war schon vor dem ersten Wahlgang im Noser-Komitee – und erst mit Verzögerung auch ins Köppel-Komitee eingetreten.

Erstellt: 29.10.2019, 11:02 Uhr

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