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Max Binder ist jetzt offiziell ein Monument

Illnau-Effretikon hat den SVP-Politiker auf eine Art geehrt, die sonst historischen Grössen vorbehalten ist: mit einem Platz samt Statue – und das ohne sein Wissen.

«Jetzt bin ich aber sprachlos»: Max Binder (2.v.r.) neben seiner Statue auf seinem Platz. Bild: Facebook
«Jetzt bin ich aber sprachlos»: Max Binder (2.v.r.) neben seiner Statue auf seinem Platz. Bild: Facebook

Zürich hat den Bürkliplatz, Winterthur den Katharina-Sulzer Platz und Illnau den Max Binder-Platz. Aber während Bürkli und Sulzer schon seit über hundert Jahren tot sind und erst post mortem zu Ehren kamen, ist der langjährige SVP-Nationalrat Binder quicklebendig. Er war deshalb selbst erstaunt, als er letzten Dienstag beim Einweihungsfest des neuen Platzes erfuhr, dass seine Heimatgemeinde diesen überraschend nach ihm taufte. «Jetzt bin ich aber sprachlos», sagte der sonst selten um Worte verlegene Politiker laut einem Bericht im «Landboten».

Und es ist ja nicht so, dass der Platz einfach nur seinen Namen trägt. Nein, er ist auch geschmückt mit einer Max-Binder-Statue. Allerdings ist diese nicht nach dem Vorbild ehemaliger Sowjetrepubliken als Ehrfurcht einflössender Bronzekoloss gestaltet, sondern aus Holz geschnitzt. In Originalgrösse, samt Binders verstorbenem Sennenhund. Zudem tummeln sich auch andere Skulpturen des lokalen Künstlers Toni Troxler auf dem Platz – es geht also bei aller Verehrung Binders demokratisch zu in Illnau.

Eine Ehre ohne Vergleich

Man habe den Nationalratspräsidenten von 2004 schon lange auf diese Art würdigen wollen, sagte der Stadtpräsident von Illnau-Effretikon Ueli Müller. Eine Aussage, die übrigens parteipolitisch unverdächtig ist: Müller ist SP-Mitglied. Ihm zufolge gibt es nur einen anderen Mann, der in der Gemeinde wie jetzt Binder verewigt worden ist: Alt-Bundesrat Wilhelm Hertenstein. Mit dem feinen Unterschied, dass auch dieser seit über hundert Jahren nicht mehr unter den Lebenden wandelt.

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