Mehr leere Wohnungen, bloss nicht in der Stadt

Im Kanton Zürich sind Anfang Juni mehr Wohnungen leer gestanden als ein Jahr zuvor. In der Stadt Zürich war das Gegenteil der Fall, trotz vieler Neubauten.

In der Stadt sind solche Objekte meist nicht lange leer: Neue Wohnung auf dem Schlotterbeck-Areal. Bild: Urs Jaudas

In der Stadt sind solche Objekte meist nicht lange leer: Neue Wohnung auf dem Schlotterbeck-Areal. Bild: Urs Jaudas

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6600 Wohnungen standen im ganzen Kanton Zürich am Stichtag 1. Juni leer. Damit setzt sich ein Trend fort: Seit 2012 nimmt der Leerstand deutlich zu, wenn auch im letzten Jahr mit 450 Wohnungen weniger stark als noch 2014. Damals kamen knapp 1200 freie Wohnungen hinzu. Während die Leerwohnungsziffer im Kanton stieg, sank sie in der Stadt Zürich leicht. Das teilten die statistischen Ämter von Stadt und Kanton Zürich heute Donnerstag mit.

Die Leerwohnungszahl bilde nur einen Teil der Wohnungen ab, die auf den Markt kommen, heisst es in der Mitteilung. Der Grossteil der Wohnungen werde unmittelbar nach einem Auszug wieder vermietet oder verkauft. So würden etwa in der Stadt Zürich in einem durchschnittlichen Monat rund 1800 Wohnungen bezogen. Am Wohnungsmarkt herrsche also mehr Bewegung, als in der Leerwohnungszahl zum Ausdruck komme.

50'000 neue Wohnungen

Seit 2012 ist die Zahl der leer stehenden Wohnungen um rund 2300 gestiegen. Im gleichen Zeitraum wurden jedoch deutlich über 50'000 neue Wohnungen erstellt. Sie wurden nicht überall im Kanton gleich schnell vom Markt absorbiert. In der Stadt Zürich ist die Nachfrage nach Wohnungen offenbar derart gross, dass trotz eines Nettozuwachses von über 2500 Wohnungen im vergangenen Jahr nur wenige leer blieben.

In 100 von 168 Gemeinden gab es kaum Veränderungen gegenüber dem Vorjahr. Dagegen trägt eine kleine Anzahl mittelgrosser Gemeinden aufgrund starker Bautätigkeit zur Gesamtbilanz gemeinsam mehr als 400 zusätzliche leere Wohnungen bei. Am höchsten ist die Leerwohnungsziffer in der Region Pfannenstiel, wo sie um 0,25 Prozentpunkte auf 2,08 Prozent stieg. Bei über 1,5 Prozent liegt sie auch im Zürcher Oberland, im Knonaueramt und im Weinland.

Teure Stadtwohnungen stehen leer

Von den 454 Wohnungen, die in der Stadt Zürich am 1. Juni leer standen, sind die meisten im höheren Preissegment angesiedelt. Im Mittel wurden in den letzten beiden Jahren in der Stadt Zürich Mietverträge mit einer Nettomonatsmiete von 24 Franken pro Quadratmeter abgeschlossen. Bei den Leerwohnungen liegt der Quadratmeterpreis mit 32 Franken um rund ein Drittel höher.

Innerhalb der Stadt sind leere Wohnungen am ehesten dort zu finden, wo in den vergangenen Jahren grössere Neubauprojekte im oberen Preissegment erstellt wurden, wie an der Langstrasse oder im Quartier Enge. Besonders tief sind die Leerwohnungsziffern dagegen in den Quartieren Leimbach, Hochschulen, Werd, Saatlen, Hard, Hirzenbach, Seebach, Wipkingen und Seefeld. (hub/sda)

Erstellt: 17.08.2017, 11:56 Uhr

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