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Mickey Maus fühlt sich an ETH Zürich wohl

Im Disney-Labor in Zürich forschen inzwischen mehr als 20 Computerwissenschaftler - zum Beispiel am 3-D-Filmspass für Daheim.

Das Labor Disney Research Zurich (DRZ) hat vor eineinhalb Jahren seinen Betrieb aufgenommen. Die Co-Arbeit von ETH Zürich und The Walt Disney Company kommt gut vorwärts, wie die Verantwortlichen heute Freitag vor den Medien sagten.

Geforscht wird in den Bereichen Computeranimation, interaktive Grafik, computergestützte Filmtechnik, Bild- und Videobearbeitung, intelligente Materialien sowie drahtlose Kommunikation. Entdecken sollen die Forschenden neue Technologien, die bald einmal in der Unterhaltungsindustrie eingesetzt werden können. DRZ-Leiter Markus Gross nannte vor den Medien beispielsweise Möglichkeiten für das 3-D-Kino Zuhause.

Das 3-D-Erlebnis soll künftig ohne spezielle Brille und ohne Kopfschmerzen möglich sein, sagte Gross weiter. Dafür arbeite man vor allem an Technologien, welche die Tiefenwirkung eines Bildes korrekt steuern. Eingesetzt werden soll die Technologie insbesondere bei Sportübertragungen. Noch sei man allerdings in der Testphase, für die Fussball-WM reiche es nicht.

Gesichter digitalisieren

Einer der Forschungsschwerpunkte am DRZ, auf dessen Institutstafel sich eine Mickey Mouse befindet, ist 2-D-Animation und interaktive Grafik. Am Anfang von computerbasierter Animation steht die klassische Methode der Handzeichnung, wie sie Walt Disney erfunden und im ersten Animationsfilm «Schneewittchen» vor mehr als 70 Jahren eingesetzt hat.

Auch heute ist die künstlerische Arbeit des Zeichners nicht wegzudenken im Animationsfilm. Er zeichnet jedoch nur noch die Schlüsselbilder mit dem Kohlestift. Eine der Forschungsarbeiten am DRZ versucht, die Bilder zwischen diesen Schlüsselbildern, das sogenannte «Inbetweening», mit Hilfe des Computers zu optimieren.

Das DRZ arbeitet auch an einer Lösung für das Digitalisieren menschlicher Gesichter sowie einer realistischen Mimik. Das sei äusserst schwierig, sagte Gross. Jede Pore müsse vermessen und die Lichtreflexion berücksichtigt werden. «Wir müssen die Natur verstehen und dann nachbilden.»

Zufrieden mit Zusammenarbeit

Disney und die ETH Zürich arbeiten im DRZ eng zusammen. Die Hochschule stellt Räumlichkeiten und Computer-Infrastruktur zur Verfügung, während die Forscher von Disney angestellt sind. Doktoranden am DRZ werden je hälftig finanziert. Die Computerwissenschafter und Ingenieure engagieren sich auch in der Lehre und in Doktoratsprogrammen.

Das Disney-Labor an der ETH Zürich ist eingebunden in ein Netzwerk von weltweiten Forschungslabors, die durch Disney betrieben werden. Das DRZ ist zusammen mit dem Forschungslabor an der Carnegie Mellon Universität in Pittsburgh weltweit das einzige Disney-Labor, das an einer Universität angesiedelt ist. Daneben existieren vier weitere interne Laboratorien in den USA, die jeweils mit spezifischen Geschäftseinheiten von Disney arbeiten.

Wie ETH-Präsident Ralph Eichler am Freitag ausführte, passt die Zusammenarbeit mit Disney gut in die internationale Einbettung der ETH Zürich und erleichtere den Wissenstransfer.

Roland Siegwart, ETH-Vizepräsident für Forschung und Wirtschaftsbeziehungen, sieht in dem gemeinsamen Forschungslabor «einen riesigen Gewinn» für beide Seiten. Und auch Ed Catmull, Präsident der Walt Disney und Pixar Animations Studios, zeigte sich sehr zufrieden über die Zusammenarbeit.

SDA/cim

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