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Mit Verbotsschildern gegen Intimrasuren

In den Duschkabinen des Hallenbads rasierten sich Frauen die Bikinizone, was zu Reklamationen führte. Jetzt sorgt der Bäderchef mit Schildern für mehr Hygiene.

Schilder sollen für Hygiene sorgen: Das 50-Meter-Schwimmerbecken im Hallenbad City mit dem Treppenaufgang, der zu den Duschen führt.
Schilder sollen für Hygiene sorgen: Das 50-Meter-Schwimmerbecken im Hallenbad City mit dem Treppenaufgang, der zu den Duschen führt.
Sophie Stieger

Im Hallenbad City kleben an den Eingangstüren zu den Duschen seit kurzem unübersehbare blaue Hinweisschilder: «Bitte keine Körperrasuren in den Duschräumen vornehmen. Danke.» Die Tafeln prangen sowohl beim Zugang zur Frauen- wie auch zur Männerdusche. «Einige Besucher haben sich daran gestört, denn es gehöre sich nicht, sich in einer öffentlichen Dusche zu rasieren», sagt Patrick Müller, Leiter der städtischen Badeanlagen.

Obwohl in den Garderoben und Duschen praktisch permanent gereinigt werde, sei es vorgekommen, dass zwischen zwei Putzgängen Hinterlassenschaften der Rasuren auf den Duschböden liegen geblieben seien. Mit den Schildern will Müller die Gäste darauf hinweisen, dies zu unterlassen. Laut dem Bäderchef wirken die Hinweistafeln. Seither werden die Regeln befolgt. Auch über das Verbot hat sich bisher niemand beschwert.

Frauen rasieren sich gemäss City-Bad-Besucherinnen häufig in der Dusche die Bikinizone oder die Achselhaare. «Ich bin ein paarmal unfreiwillig Zeugin solcher Intimrasuren geworden. Mich widert das an», sagt Manuela Zuber (Name geändert). Von Körperrasuren in der Männerdusche ist Müller nichts bekannt. Doch den Bart haben sich schon Männer am Lavabo rasiert.

Mit seinem Verbot steht das Hallenbad City nicht allein. Auch in den Fitnessparks der Migros bestehen solche Vorschriften: «Untersagt ist, Bart- oder andere Haare zu rasieren, Nägel zu schneiden, Hornhaut zu raspeln, Haartönungen und Gesichtsmasken aufzulegen.» Bartrasuren sind in den Fitnessparks an speziell bezeichneten Lavabos möglich. Wer wegen allfälliger Körperrasuren an der Wasserqualität im Schwimmerbecken zweifelt, sei beruhigt. Sie ist dank moderner Wasseraufbereitung. und Filteranlagen einwandfrei und wird mehrfach täglich kontrolliert.

Algen und Rutschpartien

Im vergangenen Januar ist das Hallenbad City nach einer zweijährigen Renovation wiedereröffnet worden. Seither steht es immer wieder in den Schlagzeilen. Zuerst sorgten Glastüren für Wirbel, die Einsicht in den Dusch- und Garderobenbereich gewährten und nur Tage später mit blickdichten Folien überklebt wurden. Anschliessend war eine Reihe von Diebstählen zu beklagen. Besucher hatten offenbar Garderobenschlüssel kopiert und Gegenstände aus den Kästchen gestohlen. Das Bad tauschte das Schliesssystem aus.

Auch mit Algen hatte das Bad anfänglich zu kämpfen. Auf der Wasseroberfläche bildete sich ein sichtbarer grüner Film, der sich über den Boden und entlang der Ecken des Beckens erstreckte. Bäderchef Müller hatte damals keine Erklärung für das Problem, das mittlerweile behoben ist. Rein biologisch könnte das zusätzlich einfallende Licht von der Decke die Algenbildung unterstützt haben. Allenfalls lag es an der Feinjustierung der Wasseraufbereitungsanlage. Jüngst rutschten ausserdem einige Gäste auf der frisch renovierten Treppe aus und verletzten sich dabei. Der Boden wurde aufgeraut und mit Markierungen versehen. Seither ist laut Müller niemand mehr gestürzt.

Das Hallenbad City verzeichnet rund 1200 Besucher täglich. Stadtbaumeister Hermann Herter hatte es 1941 nach dem Vorbild des Schwimmbads Gartenstrasse in Berlin-Mitte gebaut.

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