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Muslime rüsten gegen Kopftuchverbote

Eine muslimische Lehrerin im Kanton Zürich darf während des Unterrichts kein Kopftuch tragen. Nun machen Schweizer Muslime mobil gegen Vorschriften im Berufsalltag.

Einige Musliminnen wollen das Kopftuch auch im Schweizer Berufsalltag tragen: Lehrerin, Schülerin und britischer Soldat in der irakischen Stadt Basra. (28 April 2005)
Einige Musliminnen wollen das Kopftuch auch im Schweizer Berufsalltag tragen: Lehrerin, Schülerin und britischer Soldat in der irakischen Stadt Basra. (28 April 2005)
AFP

Eine Schule im Kanton Zürich hat einer muslimischen Oberstufenlehrerin das Tragen des Kopftuchs verboten. Die Schulpflege begründet das Verbot mit der «Neutralität». Im Entscheid, den die «Sonntagszeitung» eingesehen hat, heisst es: «Wir wollen eine neutrale Schule, keine religiösen Vorgaben, keine Nonnen, keine Kopftücher etc.»

Die Schule müsse «besonders in der heutigen Zeit darauf achten, dass wir so neutral wie möglich bleiben, um keine Reaktionen von Schülern und Eltern zu haben», schreibt die Schulpflege der Lehrerin. Sie will anonym bleiben.

Experte: Keine rechtliche Grundlage

Die Schule könne das Kopftuchverbot in einem Gerichtsverfahren kaum verteidigen, sagt Thomas Geiser, Arbeitsrechtsexperte der Universität St.Gallen. Wenn die Schule mit der Neutralität argumentiere, müsste sie Lehrerinnen auch Kettchen mit Kreuzen verbieten.

Nicolas Blancho, Präsident des Islamischen Zentralrats der Schweiz (IZRS), hält den Fall der Zürcher Lehrer für typisch. «Alle Muslime werden diskriminiert, sobald sie offen zu ihrem Glauben stehen.» Deshalb baut der IZRS seine Rechtsberatung aus, um vermehrt Anwalts- wie Gerichtskosten für Muslime übernehmen zu können. Blanchos Idee ist ein Fonds, aus dem Kosten von mehreren Millionen Franken gedeckt werden könnten.

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