Zum Hauptinhalt springen

Nationalrätin Galladé liebäugelt mit Schulpräsidium

Von Bern zurück nach Winterthur: Chantal Galladé (SP) überlegt sich ernsthaft, für das umstrittene Schulpräsidium in Winterthur zu kandidieren – wenn es der Sache diene.

Marisa Eggli
Grosses Interesse: SP-Berufspolitikerin und Erziehungswissenschafterin Chantal Galladé könnte sich vorstellen, in Winterthur Schulpräsidentin zu werden.
Grosses Interesse: SP-Berufspolitikerin und Erziehungswissenschafterin Chantal Galladé könnte sich vorstellen, in Winterthur Schulpräsidentin zu werden.
Keystone

Es ist eine ungemütliche Situation für den Winterthurer Schulpräsidenten Felix Müller. Die Grünen, seine eigene Partei, haben ihn nach grossen Querelen in der Schule Brühlberg zum Rücktritt aufgefordert, genauso wie die AL.

Trotzdem will er vorerst im Amt bleiben und die Geschicke der Schulen in den Kreisen Altstadt und Töss weiter lenken – mindestens bis Frühling 2018. Dann wird das Präsidium vom Volk neu gewählt. Dieses ist ein lukrativer Posten. Jahresgehalt: 160'000 Franken.

Harte Konkurrenz für Felix Müller

Falls Müller 2018 erneut zur Wahl antritt, stehen seine Chancen schlecht. Christoph Baumann, Co-Präsident der Winterthurer SP, ist überzeugt: «Wird er angegriffen, könnte er seinen Sitz kaum verteidigen, da die Zusammenarbeit mit Eltern und Lehrpersonen unter einem enormen Vertrauensverlust leidet.»

Und es ist durchaus möglich, dass Müller harte Konkurrenz bekommt. Die SP zum Beispiel liebäugelt mit einer Kandidatur. Dabei könnte die Partei allenfalls auf die Hilfe der Grünen zählen. Co-Präsidentin Renate Dürr sagt: «Wir könnten uns vorstellen, eine geeignete Person aus einer anderen Partei zu unterstützen.»

Zerrüttetes Verhältnis kitten

Eine heisse Anwärterin für den Posten wäre SP-Nationalrätin Chantal Galladé. Sie hat sich bereits mit einer Kandidatur auseinander gesetzt und sagt: «Ich bin grundsätzlich interessiert, falls es der Sache dient und mich die Partei aufstellt.» Dafür müsse sie an einer Mitgliederversammlung nominiert werden.

In den letzten Tagen seien viele Leute aus dem Umfeld der Schule an sie herangetreten, sagt Galladé. Diese hätten sie unter anderem gefragt, ob sie sich vorstellen könne, für das Amt zu kandidieren. Galladé wäre es wichtig, das Verhältnis zwischen Schulbehörde, Schulleitung, Lehrerschaft und Eltern zu kitten.

In der einstigen Vorzeige-Schule Brühlberg kam es Anfang April zum Eklat: Neun Lehrpersonen kündigten. Darauf forderten über 60 Eltern den sofortigen Rücktritt der Schulleiterin und des Schulpräsidenten Müller. Die Schulleiterin ist krank geschrieben. Müller schliesst einen Rücktritt derzeit aus.

Für Galladé wäre der Wechsel ins Schulpräsidium eine geeignete Chance, sich aus dem Nationalrat zu verabschieden. Die 44-jährige Erziehungswissenschafterin politisiert seit 2003 in Bundesbern. Es ist möglich, dass sie deshalb für die nächsten Nationalratswahlen die Altersguillotine der SP treffen könnte.

Grosse Wechsel bei den Schulpräsidien

Im Winterthurer Schulbereich stehen im nächsten Jahr insgesamt grössere Wechsel an. Von vier Schulpräsidien dürften drei neu besetzt werden: Felix Müller wird wohl zurücktreten oder sich einer Kampfwahl stellen müssen. Toni Patscheider (SP), Schulpräsident von Oberwinterthur, geht in Pension. Ruedi Ehrsam (parteilos), der den Schulkreis Mattenbach/Seen leitet, ist in diesem Jahr ebenfalls 65 Jahre alt geworden.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch