Zum Hauptinhalt springen

Neue Brücke übers Zürcher Gleisfeld entsteht

Heute haben die Bauarbeiten für den Negrellisteg begonnen. Die neue Fussgängerbrücke soll in einem Jahr die Gleise beim Hauptbahnhof überspannen.

So sieht der Gustav-Gull-Platz ab Herbst 2020 aus: Der geschwungene Aufgang des Negrellistegs.
So sieht der Gustav-Gull-Platz ab Herbst 2020 aus: Der geschwungene Aufgang des Negrellistegs.
nightnurse
Über die Gleise: Die in Stahl gefertigte Brückenkonstruktion wird voraussichtlich rund 11 Millionen Franken kosten.
Über die Gleise: Die in Stahl gefertigte Brückenkonstruktion wird voraussichtlich rund 11 Millionen Franken kosten.
nightnurse
An dieser Stelle wird die neue Fussgängerbrücke gebaut.
An dieser Stelle wird die neue Fussgängerbrücke gebaut.
PD
1 / 5

Das Projekt Negrellisteg nimmt konkrete Formen an. Heute morgen luden SBB und Stadt Zürich zum Baustart der 160 Meter langen Fussgängerbrücke übers Gleisfeld beim Hauptbahnhof. Sie wird vom Gustav-Gull-Platz in der Europaallee bis zum neuen Negrelliplatz im Bereich Zollstrasse/Klingenstrasse reichen. In gut einem Jahr soll die Brücke begehbar sein.

Anstelle eines Spatenstiches setzten Tiefbauvorsteher Richard Wolff und Alexander Muhm, Leiter SBB Immobilien, einen Fussabdruck in Lehm. Wolff strich in seiner Ansprache die zentrale Rolle des Stegs als Verbindung zwischen den Stadtkreisen 4 und 5 heraus. «Die Brücke bringt die Bewohner dieser sich rasch verändernden Quartiere näher zusammen», sagte er.

Muhm betonte in erster Linie die Herausforderungen, die ein Bau über das Gleisfeld mit sich bringen. «Wir arbeiten mit ausgefeilten Konstruktionen, damit der Zugbetrieb des grössten Bahnhofes nicht unterbrochen wird», sagt er. Wie das genau aussehen wird, darüber werden die SBB zu einem späteren Zeitpunkt informieren.

Gemeinsame Planung

Die Kosten für die Stahl-Konstruktion betragen rund 11 Millionen Franken, SBB und Stadt tragen sie hälftig. Man sieht es auf den Bildern: Auf beiden Seiten der Brücke schwingen sich die Auf- und Abgänge in Spiralform um die runden Lifttürme. Entworfen wurde der Steg von der ARGE Negrelli. In diesem Planerteam vertreten sind die Conzett Bronzini Partner AG aus Chur, die Diggelmann + Partner AG aus Bern, und die 10:8 Architekten aus Zürich. Federführende Bauherrin ist die SBB.

Die Planung des Negrellistegs war langwierig und hat schon einige Schwenker erlebt. Im Jahr 2011 wurde nach einem internationalen Wettbewerb ein grosses Projekt präsentiert: Eine geschlossene Brücke aus Beton sollte neben Fussgängern auch Velofahrern Platz bieten. Doch bald entschied der Stadtrat, dass das Geld für den Bau fehle. Das Projekt des Ingenieur- und Architektenteams Flint & Neill mit Sitz in London und Paris hätte 30 Millionen Franken gekostet. Das definitive Aus folgte im Juli 2016. Vor einem Jahr hiess der Gemeinderat den Kreditantrag für die aktuelle Brücke gut.

Der Negrellisteg wird die erste von mehreren Gleisquerungen sein, die in den nächsten Jahren geplant sind. Auch andere Pläne sind schon konkreter geworden. Etwa der Velotunnel im Stummel des einst geplanten Stadttunnels unter dem Hauptbahnhof. Ebenso die Verlängerung des Lettenviadukts, die dereinst eine Verbindung von Langstrasse und Hardbrücke sein soll. Zudem wird die Unterführung an der Langstrasse in den nächsten Jahren saniert und verbreitert.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch