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Neuste Raserfalle bald auch in Zürich?

In den nächsten Tagen beginnt auf Schweizer Strassen ein Test mit der neusten Waffe gegen Schnellfahrer. Der Gerät könnte noch dieses Jahr im Kanton Zürich getestet werden – Politiker drohen mit Widerstand.

Versetzte Fotokameras übermitteln Bilder an einen Computer, der die Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt. Die Polizei muss nur noch eine Busse verschicken.
Versetzte Fotokameras übermitteln Bilder an einen Computer, der die Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt. Die Polizei muss nur noch eine Busse verschicken.

Ein paar Tage noch, dann wird erstmals in der Schweiz eine neuartiger Raserschreck eingeschaltet. Wer dann in den Arisdorftunnel in Baselland fährt, wird fotografiert. 1,8 Kilometer später misst ein Computer die Zeit, die er dafür benötigte. Ein zweites Gerät wird zwischen Aigle und Bex im Kanton Waadt eine Strecke von rund 8 Kilometern überwachen. So sollen künftig auch jene Raser überführt werden, die bisher einfach zur rechten Zeit auf die Bremse drückten. Eine solche Schnellfahrerfalle könnte noch dieses Jahr auch auf Zürcher Strassen zum Einsatz kommen.

«Im besten Fall sind wir noch dieses Jahr bereit dafür»

Das Bundesamt für Strassen Astra schafft zusätzlich eine mobile Anlage an, die auf Nationalstrassen überall in der Schweiz verwendet werden kann. Diese dürfte auch im Kanton Zürich getestet werden. Dies geht aus einer Antwort des Regierungsrates auf eine Anfrage der beiden SVP-Kantonsräte Heinrich Frei und Lorenz Habicher hervor. Dort schreibt der Regierungsrat, dass «die Kantonspolizei (...) die Durchführung eines Pilotprojektes auf dem Nationalstrassennetz im Kantonsgebiet» mit einem entsprechenden Gerät prüfe.

Esther Surber, Sprecherin der Kantonspolizei Zürich, bestätigt: «Wir haben beim Astra Interesse bekundet, einen Radar auf einem geeigneten Strassenabschnitt in Kanton Zürich zu testen.» Der Entscheid darüber liegt allerdings beim Bund. «Wenn sich die Kantonpolizei Zürich für einen Test interessiert, werden wir dem sicher nicht im Weg stehen», sagt Thomas Rohrbach vom Astra. «Im besten Fall sind wir noch dieses Jahr bereit dafür.»

«Damit will der Kanton den Autofahrer melken»

Der neueste Raserschreck trägt den unhandlichen Namen Abschnittsgeschwindigkeitskontrollgerät, kurz AKG; in der Branche wird er als Section Control bezeichnet. Die Geräte, die in den nächsten Tagen in Arisdorf und Aigle eingeschaltet werden, stammen von der Ustermer Firma Multanova. Bussen wird es dort vorderhand aber keine geben: Die Geräte sind noch nicht zugelassen und dürfen deshalb auch nicht dazu verwendet werden, um fehlbare Autofahrer zu überführen. Sobald die Zulassung aber vorliegt, und das dürfte laut Multanova-Geschäftsführer Stefan Guggisberg noch rund zwei Monate dauern, werden die Fallen scharf gemacht. Ab dem gleichen Zeitpunkt kann auch der mobile Radar zum Einsatz kommen.

Während dieser Tests ist der Einsatz eines Section Controls in Zürich aber auf das Nationalstrassennetz beschränkt. Politiker gehen bereits jetzt in Alarmbereitschaft: «Damit will der Kanton den Autofahrer melken und Geld verdienen», sagt Heinrich Frei, ein Mitverfasser der Anfrage. Er wolle mit seiner Partei nun Möglichkeiten prüfen, um den Einsatz dieser Radarfallen gesetzlich zu beschränken.

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