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Steueramnestie bringt in Zürich 8 Milliarden Schwarzgeld ans Licht

Der automatische Austausch von Bankdaten hat 2018 nochmals zu 7250 Selbstanzeigen wegen Steuerdelikten geführt. Seit 2010 haben sich über 28’000 Personen selbst angezeigt.

Es kommen nicht immer Koffer voller Geld zum Vorschein. Insgesamt spülte die Steueramnestie letztes Jahr aber immerhin 122 Millionen in die Staatskassen.
Es kommen nicht immer Koffer voller Geld zum Vorschein. Insgesamt spülte die Steueramnestie letztes Jahr aber immerhin 122 Millionen in die Staatskassen.
Keystone

7250 Zürcher Steuerpflichtige haben sich im vergangenen Jahr beim kantonalen Steueramt selbst angezeigt, weil sie Häuser, Einkommen oder Vermögen vor dem Fiskus versteckt haben. Damit wurde der Rekordwert des Vorjahrs von 6150 Selbstanzeigen nochmals übertroffen, wie die Zürcher Finanzdirektion heute Freitag mitgeteilt hat. Sie führt die Vielzahl an Selbstanzeigen auf den automatischen Informationsaustausch (AIA) von Bankdaten zurück, der 2017 zwischen zahlreichen Ländern in Kraft getreten ist.

Wie viele Steuererträge die neuen Fälle generieren, werde sich erst in den kommenden Jahren zeigen. Nachdeklariert wurden «in grosser Zahl» ausländische Liegenschaften sowie Bankguthaben und Wertschriftendepots. In vielen Fällen gehe es aber um vergleichsweise kleine Beträge.

122 Millionen für den Staat

Im vergangenen Jahr haben die Steuerbehörden 5000 Selbstanzeigen aus früheren Jahren erledigt, was dem Kanton und den Zürcher Gemeinden 98 Millionen Franken und dem Bund 24 Millionen Nachsteuern eingebracht hat.

Diese Erträge basieren auf zuvor nicht deklarierten Einkommen von 260 Millionen und Vermögen von 1,48 Milliarden. Insgesamt sind im Kanton Zürich seit Beginn der Teil-Steueramnestie 2010 8,4 Milliarden Franken Schwarzgeld aufgetaucht.

Einige müssen über 1 Million nachzahlen

Die grosse Zahl von Bagatellfällen in den letzten Jahren hat dazu geführt, dass der Durchschnittsertrag für Kanton und Gemeinden im Jahr 2018 nochmals gesunken ist – von 22’000 auf 19’500 Franken. Zu Beginn der Amnestie vor acht Jahren betrug der Durchschnitt noch 60’000 Franken.

Dass der Durchschnittsertrag nicht noch mehr abgenommen hat, sei darauf zurückzuführen, dass es auch bei den 2018 erledigten Selbstanzeigen einige Dutzend Fälle gegeben hat, bei denen Steuerpflichtige sehr hohe Nachsteuern bezahlen mussten. In mehr als einem Dutzend Fällen betrug der Betrag über 1 Million Franken. Insgesamt machen die Nachsteuern beim Kanton 0,7 Prozent der gesamten Staatssteuererträge aus.

Über 28’000 Steuerpflichtige haben sich seit 2010 als Schummler geoutet. Das Steueramt rechnet damit, dass die Zahl der Selbstanzeigen nach der grossen AIA-Welle von 2017 und 2018 in diesem Jahr wieder abnehmen wird.

347’000 AIA-Meldungen betreffen Zürich

Im Dezember 2018 hat das Steueramt erstmals vom Bund die aus dem Ausland gemeldeten AIA-Daten erhalten, die den Kanton Zürich betreffen: Es handelt sich gemäss Finanzdirektion um 347'000 Meldungen. Das Steueramt werde vorerst die wichtigsten Meldungen prüfen und aus dieser Analyse Erkenntnisse für das weitere Vorgehen gewinnen, heisst es in der Mitteilung.

Inhaltliche Aussagen über die Daten könnten noch keine gemacht werden. Es sei aber nicht auszuschliessen, dass sich daraus wieder mehr Nachsteuer- und Bussenverfahren ergeben.

Im Kanton Zürich werden Selbstanzeigen in Zusammenhang mit dem AIA straflos behandelt, wenn sie eingehen, bevor das Steueramt selbst auf nicht deklariertes Geld stösst. 23 Steuerpflichtige haben sich letztes Jahr zum zweiten Mal gemeldet. Diese werden «normal» gebüsst.

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