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Nur noch «Husi» im Langzeitgymi

Zuerst abgeschafft, dann wiedereingeführt und jetzt erneut eine Änderung: Die Husi-Kurse für Gymischüler sollen nur noch im Langzeitgymnasium stattfinden.

Husi mit 14 statt mit 17: Gymnasiasten in der Hauswirtschaftsschule in Affoltern am Albis. (Bild: 2010)
Husi mit 14 statt mit 17: Gymnasiasten in der Hauswirtschaftsschule in Affoltern am Albis. (Bild: 2010)
Keystone

Die dreiwöchigen Internatskurse werden voraussichtlich ins erste und zweite Jahr des Untergymnasiums verschoben. Die Schülerinnen und Schüler sind zu diesem Zeitpunkt 13 oder 14 Jahre alt. Deutlich jünger also als jetzt, wo die Kurse von Gymnasiasten besucht werden, die kurz vor der Matur stehen.

Der Zürcher Kantonsrat hat die Verschiebung am Montag in erster Lesung durchberaten und mit 115 zu 49 Stimmen bei 7 Enthaltungen gutgeheissen. Die Vorlage geht nun in die Redaktionskommission. Nach den Sommerferien findet die Schlussabstimmung statt.

Uneinigkeit innerhalb der Parteien

Die mit 18 Rednerinnen und Rednern sehr lange und hitzig geführte Debatte zeigte, dass sich die Kantonsrätinnen und Kantonsräte nicht einmal innerhalb der Fraktionen einigen konnten, ob die Verschiebung sinnvoll ist oder nicht. Die Ja- und Nein-Stimmen hielten sich für einmal nicht an die Parteigrenzen.

SVP-Parlamentarierin Margreth Rinderknecht (Wallisellen) war beispielsweise ebenso gegen die Änderung wie die Grüne Regula Kaeser (Kloten). Beide gaben zu bedenken, dass das heutige Konzept für 17-Jährige ausgearbeitet wurde. 13-Jährige seien für die Kurse zu jung und würden ausserdem mehr Betreuung brauchen.

Dieser Meinung schloss sich GLP-Kantonsrätin Denise Wahlen an. Sie lancierte 2004 die Initiative «Ja zur Husi» und brachte die im Jahr 2003 eingesparten Kurse so wieder in den Lehrplan.

Pubertierende seien nur schon mit dem dreiwöchigen Internatsbetrieb überfordert, sagte sie. In einem oder zwei Jahren müssten die Kurse deswegen sicher eingestellt werden. «Wie soll man das dann dem Stimmbürger erklären?»

Mehr Zeit vor der Matur

Ihr Parteikollege Andreas Erdin (Wetzikon) widersprach und gab zu bedenken, dass es auch mit 17-Jährigen nicht immer harmonisch ablaufe. 13-jährige Gymischüler seien durchaus in der Lage, drei Wochen von zu Hause weg zu sein und zusammenzuleben.

Auch für Markus Späth (SP, Feuerthalen) ist die Vorverlegung pädagogisch sinnvoll. Mit 13 sei der Zeitpunkt genau richtig, sich mit Kochen und Haushalten zu befassen. Mit 17 sei es zu spät. Mit der Verschiebung ins erste oder zweite Jahr des Untergymnasiums könne zudem mehr Unterrichtszeit vor der Matur gewonnen werden.

Kantonsrat Matthias Hauser (SVP, Hüntwangen) wiederum kritisierte die «jammernden Lehrerinnen», die ihren Teil nicht leisten wollten. Sie seien für diese Altersstufe ausgebildet worden, also gebe es wohl kein Problem, auch mit diesen Schülern Lernziele zu erreichen. «Auch der Mathe-Unterricht hat mit 17 eine andere Qualität als mit 13», sagte er. Weshalb solle man die Husi aber bevorzugen?

Er kritisierte zudem, dass die Schüler während der Unterrichtszeit bei der Lobbyingarbeit für diese Vorlage hätten mithelfen müssen, etwa indem Kantonsräte bewirtet worden seien.

Keine doppelte Hauswirtschaftsausbildung mehr

Mit der Verschiebung auf jüngere Jahrgänge will der Regierungsrat nicht zuletzt Kosten sparen. Die Husi-Kurse am Gymnasium seien für jene bestimmt, die sonst keine Hauswirtschaft besuchen.

Das heisst, nicht für Kurzzeitgymnasiasten, die solche Lektionen bereits in der Oberstufe besucht hatten und mit den Internatskursen in den doppelten Genuss einer solchen Ausbildung kommen. Aeppli schätzt das jährliche Sparpotenzial auf etwa 3 Millionen Franken.

SDA/jcu

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