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O-Bike setzt zum Grossangriff an

Zuerst Zürich, jetzt das Limmattal und bald Winterthur: O-Bike, die Firma mit den knallgelben Mietvelos, treibt ihre Expansion in der Region aggressiv voran.

Knallgelbe Schutzbleche, die auffallen: O-Bikes im Velohaus Dietikon.
Knallgelbe Schutzbleche, die auffallen: O-Bikes im Velohaus Dietikon.
Hélène Arnet

Vor eineinhalb Monaten überschwemmten sie Zürich, und seit wenigen Tagen stehen sie auch im Limmattal: die knallgelben Velos der Firma O-Bike aus Singapur. Das sind die Zweiräder, die sich per Smartphone orten und über einen Scan entriegeln lassen. Nach der Benutzung können sie überall abgestellt werden. In Zürich umfasst die Flotte mittlerweile 900 Velos.

Die Expansion ausserhalb der Stadt geht mit Vollgas voran. Allein um den Bahnhof Dietikon wurden 30 Stück aufgestellt. Am Bahnhof Glanzenberg warten 25, am Bahnhof Schlieren 11 der neuen Mietverlos auf Kunden. Zusätzlich wurden 6 im Zentrum Spitzacker und 13 beim Bahnhof Urdorf platziert. Die O-Bikes haben buchstäblich über Nacht das Limmattal eingenommen, heisst es in der «Schweiz am Wochenende».

Gelbe Flitzer vorerst geduldet

Neu anzutreffen sind die China-Flitzer in Dübendorf. Auch dort ging es blitzschnell, ebenfalls quasi über Nacht wurden zehn Räder auf dem Veloabstellplatz vor dem Dübendorfer Freibad Oberdorf parkiert. Dieses Vorgehen ist typisch für O-Bike, die im Schweizer Veloverleihmarkt eine aggressive Expansionspolitik betreibt: In Dübendorf beispielsweise wurden weder die Behörden noch die Verantwortlichen des Freibads über das neue Veloangebot informiert oder um eine Bewilligung angegangen.

Laut «Zürcher Oberländer» stören sich die Dübendorfer Behörden nicht an den Mietfahrrädern, weil diese nicht oder noch nicht gross aufgefallen sind. Aus diesem Grund sehe man derzeit keinen Handlungsbedarf. Vorerst wolle man die Fahrräder vor der Badi dulden.

Kein Problem mit den auffälligen Drahteseln hat auch Dietikon. Die Velos seien kein Thema, sagt Michael Weber, Leiter Sicherheits- und Gesundheitsabteilung, gegenüber der «Schweiz am Wochenende». Man habe mit der Firma O-Bike keinen Kontakt und plane derzeit auch nicht, sich mit ihr auszutauschen. «Die Anzahl gelber Velos müssen signifikant höher sein, um seitens der Stadt eine Reaktion auszulösen», sagt Weber.

400 Velos demnächst in Winterthur

Winterthur ist die nächste grössere Stadt, welche die Firma O-Bike auf dem Radar hat: Ein erstes Meeting zwischen zwischen Behördenvertretern und O-Bike habe stattgefunden, bestätigt die Stadt Winterthur gegenüber Tageanzeiger.ch/Newsnet einen entsprechende Artikel im «Landboten». Weitere Treffen würden folgen, da es noch rechtliche Fragen zu klären gäbe. In Winterthur will O-Bike im September/Oktober mit 400 Velos starten.

Das Veloverleihsystem aus Fernost löst nicht überall nur Begeisterung aus. In London werden die Velos als «gelbe Plage» bezeichnet, Amsterdam hat sie sogar verboten. Fragen wirft in Zürich auch das Geschäftsmodell auf. Experten bezweifeln, ob sich die Ausleihe für die Firma O-Bike auszahlt. Die «Zeit» vermutet deshalb, dass es den Mietvelo-Firmen vordergründig ums Geschäft mit Kundendaten geht.

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