Zum Hauptinhalt springen

Ovationen für Rita Fuhrer

Der Zürcher Kantonsrat hat Volkswirtschaftsdirektorin Rita Fuhrer verabschiedet. Der an Brustkrebs erkrankten Politikerin fiel der Abschied sichtlich schwer.

cal
Nachdenklich: Rita Fuhrer an ihrem letzten Tag im Kantonsrat.
Nachdenklich: Rita Fuhrer an ihrem letzten Tag im Kantonsrat.
Keystone

«Es ist eine schwere Aufgabe, jetzt zu sprechen,» sagte die sichtlich bewegte Regierungsrätin, die am kommenden Freitag ihren letzten Arbeitstag begeht. Es gelte derzeit oft, Abschied zu nehmen - «zu oft eigentlich, denn Abschied tut weh.»

Nach mehreren gesundheitlichen Schicksalsschlägen hatte Fuhrer Ende August 2009 ihren Rücktritt bekannt gegeben. Im Frühjahr war sie an einer schweren Lungenentzündung erkrankt. Kaum genesen, wurde sie auf einer Velotour im Juni von einem Auto angefahren.

Sie brach sich mehrere Rippen und musste zweimal operiert werden. Zu einem neuerlichen Rückschlag kam es Ende Jahr, bei Fuhrer ein bösartiger Tumor in der Brust diagnostiziert wurde.

Es falle ihr nicht leicht, den Regierungsrat ein Jahr früher als ursprünglich geplant zu verlassen, räumte Fuhrer im Kantonsrat ein. Gerne hätte sie noch einige der hängigen Geschäfte betreut.

An der Revision des Strassengesetzes beispielsweise habe sie lange gearbeitet, und gerne hätte sie die Vorlage noch im Kantonsrat vertreten, sagte Fuhrer. Doch natürlich wäre es eine Illusion zu glauben, dass im Laufe des nächsten Jahres alle Pendenzen hätten abgebaut werden können, ergänzte sie.

Politik als Prozess

Fuhrer umschrieb die Politik als Prozess, der mit dem Bau eines riesigen Hauses verglichen werden könne. «Dieses Haus», sagte die 56-Jährige, «ist niemals fertig». Als Regierungsrätin habe sie gestalten können - «das war es, was mir die Arbeit zur Lust gemacht hat.»

Diese Lust habe sie in den 15 Jahren als Regierungsrätin nie verloren. Und obwohl die Lust noch immer da sei, fehlten ihr heute die nötigen Energiereserven für dieses Amt. Doch krank, sagte Fuhrer bestimmt, krank habe sie dieses Amt nicht gemacht. Vielmehr habe es sie «gestärkt und beflügelt» und ihr Lebensfreude gegeben. «Ich werde die politische Arbeit sehr vermissen.»

Nun will sich Fuhrer darauf konzentrieren, wieder gesund zu werden, wie sie weiter sagte. Sie werde mehr Zeit für die Familie haben und Freundschaften pflegen. Und wenn sie wieder gesund sei, dann werde sie sicher etwas Neues finden, für das sie sich «ehrlich und freudvoll» einsetzen könne, gab sie sich zuversichtlich.

Hildebrand: «Fuhrer gab nie klein bei»

Kantonsratspräsidentin Esther Hildebrand (Grüne) würdigte Rita Fuhrer für deren «ausgeprägte politische Intuition für das politisch Machbare». Dies habe ihr - zusammen mit ihrer Schaffens- und Überzeugungskraft und den kommunikativen Stärken - 1999 das beste Wahlresultat eingetragen.

Im schwierigen Flughafendossier, das Fuhrer 2004 übernahm, «scheute sie weder harte Diskussionen noch gab sie klein bei». Dabei sei sie immer auch das Risiko eingegangen, sich unbeliebt zu machen.

Bei der Finanzierung der Durchmesserlinie habe Rita Fuhrer den Bund in die Pflicht genommen. Dieses zukunftsweisende Vorhaben, so Hildebrand, werde immer mit dem Namen der scheidenden Volkswirtschaftsdirektorin verbunden bleiben.

Zum Abschied erhielt Fuhrer die höchste Auszeichnung des Kantons Zürich überreicht, den silbernen Löwen. Der Löwe sei ein Sinnbild für ruhende Kraft und Selbstvertrauen, sagte Hildebrand. «Das wünsche ich Dir auch für die Zukunft».

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch