Jetzt kann sich jeder einen Wasserwerfer bauen

Die Zürcher Stadtpolizei verkauft neuerdings Wasserwerfer. Die Endmontage erweist sich als Herausforderung für Bastler.

Der «Wawe 9000, Modell Polizei Zürich» im Massstab 1:87 kostet am Polizei-Kiosk 24 Franken.

Der «Wawe 9000, Modell Polizei Zürich» im Massstab 1:87 kostet am Polizei-Kiosk 24 Franken. Bild: Nicola Pitaro

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Polizeifans dürfte das Herz höher schlagen: Jetzt können sie Strassenschlachten gegen den Schwarzen Block bei sich zu Hause im Wohnzimmer nachspielen – mit einem originalgetreuen Miniwasserwerfer im Massstab 1:87, der sich bestens gegen Lego- oder Playmobil-Hooligans einsetzen lässt. Erhältlich ist der zehn Zentimeter grosse, blau-weisse «Wawe 9000, Modell Polizei Zürich» im Kiosk der Stadtpolizei in der Urania-Hauptwache. Es handelt sich um ein Plastikmodellauto, das in Teilen selber zusammengebaut werden kann. Kostenpunkt: 24 Franken.

Beliebtes Geschenk auf Reisen

Hergestellt wird der Wasserwerfer im Taschenformat von der Automodellfirma Rietze in Deutschland. Kleiner Wermutstropfen: Wasser lässt sich mit dem Modellfahrzeug nicht versprühen. Zudem erweist sich die Endmontage zumal für Bastel-Laien als Knacknuss. Selbst mit Bauanleitung, Pinzette und viel Hingabe schafft man es nur mit Mühe, die winzigen, vorgestanzten Aussenspiegel und Scheibenwischer in den dafür vorgesehenen Öffnungen am Plastikspielzeug zu platzieren. Gedacht ist der Wasserwerfer Marke Eigenbau vor allem für den internen Gebrauch, wie Stapo-Sprecherin Brigitte Vogt sagt. Polizisten kauften ihn meist als Sammelobjekt oder Souvenir für die Vitrine zu Hause. Beliebt sei das Modellauto auch als Mitbringsel für Polizisten in anderen Städten und im Ausland.

Handschellen sind der Renner

Aber auch Zivilpersonen können den «Wawe» in der Urania-Wache kaufen. Im Sortiment des Polizeikiosks finden sich daneben Sackmesser, Kugelschreiber und Taschenlampen mit dem Stapo-Logo, und, der Verkaufsschlager, ein Schlüsselanhänger in Form von Handschellen. Auch andere Einsatzfahrzeuge der Polizei in Form von Spielzeugmodellen waren schon im Angebot.

Allerdings betreibt die Stadtpolizei keinen offiziellen Souvenirshop, wie Vogt betont. Es handle sich um eine Dienstleistung, welche die Infostelle nebenbei anbietet. «Vielleicht wäre der Souvenirbereich ein Zweig, den man noch ausbauen könnte», sagt sie. Doch dies stehe derzeit nicht zur Diskussion. Deshalb ist der Kiosk auch nicht auf einen Kundenansturm vorbereitet. Ein, zwei externe Kunden pro Tag seien verkraftbar, «bei 20 wird es schwierig». Nicht zuletzt aus Sicherheitsgründen. Denn jeder Kunde muss sich zuerst beim Empfang melden, um darauf persönlich von einer Mitarbeiterin abgeholt und in die Infostelle mitten im Polizeihauptquartier geleitet zu werden.

Bedenken wegen des Verkaufs des «martialischen» Spielzeugs hat man bei der Stadtpolizei keine. Zwar sorgte der Einsatz von Wasserwerfern bei Demonstrationen verschiedentlich für Diskussionen. Vogt weist darauf hin, dass ein Wasserwerfer viel weniger kriegerisch wirke als manch anderes Spielzeug in den Regalen von Läden. «Und weniger bedenklich als ein Ego-Shooter-Game ist er allemal.» Auf der Verpackung des Spielzeugs finden sich zudem Warnhinweise: «Empfohlen für Modellbauer und Sammler ab 14 Jahren». Und: Wegen verschluckbarer Kleinteile gehöre er nicht in die Hände von Kleinkindern.

Weitere Polizeieinsatzmittel in Spielzeug-Form stehen im Stapo-Kiosk nicht zum Verkauf, wie Vogt sagt. Spielzeugpistolen sucht man ebenso vergebens wie etwa ein Bastelset für einen Taser.

Erstellt: 26.10.2011, 16:20 Uhr

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