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Partei auf Schleuderkurs

Roger Köppels Sololauf zeigt: Der Zürcher SVP fehlt es an Führungsstärke.

Der «Weltwoche»-Chefredaktor hat sich selbst ungefragt zum Ständeratskandidaten gekürt.
Der «Weltwoche»-Chefredaktor hat sich selbst ungefragt zum Ständeratskandidaten gekürt.
Keystone

Noch ist es nicht so lange her, da war die SVP Vorbild, was Professionalität, Führungsstärke und Engagement im Wahlkampf angeht. Wie viel davon übrig ist, zeigt der heutige Soloauftritt von Roger Köppel.

Die Medienmitteilung von SVP-Kandidat Köppel erscheint nicht unter dem SVP-Logo, sondern unter der «Weltwoche»-Adresse. Parteipräsident Konrad Langhart weiss bis kurz vor dem Medientermin weder von Köppels Kandidatur noch von dessen Wahlkampfprogramm. Er macht zwar gute Miene zum bösen Spiel und gibt sich erfreut. Doch dirigiert wird die SVP heute nicht mehr aus der Parteizentrale.

Mag sein, dass dies für den kurzfristigen Erfolg der SVP bei den kommenden Wahlen kein Nachteil ist. Langfristig braucht die grösste Kantonalpartei der Schweiz, aber mehr als einen scharfzüngigen Ständeratskandidaten, der sich um seine Partei foutiert und sich als Vertreter seines Verlags anpreist.

Wenn die SVP die Glaubwürdigkeit bei ihren Kernwählern, bei den Bauern und Gewerblern, nicht verlieren will, braucht sie ein Parteipräsidium, das Themen setzt und auch die guten Rösser im Stall an die Zügel nimmt.

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