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Prunkbau Obergericht

Das grösste kantonale Obergericht der Schweiz ist für über 80 Millionen Franken umgebaut und erneuert worden. Im grössten Gerichtssaal dominiert edles Holz – und Licht.

Blick in die Verhandlungshalle mit Kunst am Bau. Dazu schreibt der Regierungsrat: «Der Zürcher Künstler Daniel Robert Hunziker liess sich für seine stabförmigen goldenen Kerben und Reliefs vom Hammurabi-Codex inspirieren, der ältesten überlieferten Rechtssammlung in Keilschrift (18. Jahrhundert v. Chr.)».
Blick in die Verhandlungshalle mit Kunst am Bau. Dazu schreibt der Regierungsrat: «Der Zürcher Künstler Daniel Robert Hunziker liess sich für seine stabförmigen goldenen Kerben und Reliefs vom Hammurabi-Codex inspirieren, der ältesten überlieferten Rechtssammlung in Keilschrift (18. Jahrhundert v. Chr.)».
Hochbauamt Kanton Zürich, Mark Röthlisberger
Verdindung von Alt und Neu: Der renovierte Plenarsaal des Obergerichts im Gebäude Hirschengraben 13.
Verdindung von Alt und Neu: Der renovierte Plenarsaal des Obergerichts im Gebäude Hirschengraben 13.
Hochbauamt Kanton Zürich, Mark Röthlisberger
Cafeteria im Ergänzungsbau entlang der Unteren Zäune.
Cafeteria im Ergänzungsbau entlang der Unteren Zäune.
Hochbauamt Kanton Zürich, Mark Röthlisberger
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Knapp zweieinhalb Jahre nach Baubeginn sind die Um- und Erweiterungsbauarbeiten am Zürcher Obergericht abgeschlossen. Entstanden ist eine gelungene Kombination von Alt und Neu. Die Mitarbeitenden ziehen nächste Woche ein, der Betrieb startet Mitte Februar.

Das alte Obergericht in der Nähe des Kunsthauses war veraltet und platzte aus allen Nähten. Das bestehende Gebäude benötigte eine grundlegende Erneuerung, und ein Erweiterungsneubau musste Platz schaffen. Am Dienstag waren die Medien zur Besichtigung des Resultats geladen. Die Öffentlichkeit kann sich an einem Tag der offenen Tür im Juni ein Bild machen.

Sechs Richter im Saal

Ein L-förmiger, lichter Neubau verbindet die beiden bestehenden Bauten am Hirschengraben 13 und 15. Wo früher ein Parkplatz war, ist heute der Eingang. Vom Entrée mit Pförtnerloge gelangt man - via Vereinzelungsanlage - in die Halle. Sie ist das Verbindungselement zwischen Neubau und alten Gebäuden. Viel Glas und Holz machen sie hell und freundlich.

Ebenerdig geht es nach links in den neuen grossen Gerichtssaal, ein grosszügiger, elegant-gediegener Raum. Der erhöhte Richtertisch mit integrierten Computern bietet sechs Richtern Platz. Dies ist auch in anderen Sälen so.

Im neuen Komplex finden nämlich künftig Verhandlungen aller Gerichte statt: Straf-, Zivil-, Handels- und Verwaltungsgericht, wie Obergerichtspräsident Heinrich Andreas Müller erklärte. Diese tagen in unterschiedlicher Besetzung.

In Art einer «Cremeschnitte» sind die öffentlich zugänglichen und internen Räume etagenweise angeordnet. Dies diene nicht zuletzt der Sicherheit, sagte David Vogt, zuständiger Abteilungsleiter der Baudirektion. Vom alten Geschworenengerichtssaal ist nichts mehr zu sehen: Der überhohe Raum wurde in zwei Etagen unterteilt. Heute liegen dort Büros. Insgesamt bietet der Komplex rund 240 Arbeitsplätze.

Separater Zugang für Beschuldigte

Wichtig ist Obergerichtspräsident Müller unter anderem der neue Zugang für die Beschuldigten: Sie werden nicht mehr zwischen Schaulustigen und Medienleuten durchgelotst, sondern über einen separaten Eingang direkt in den Gerichtssaal gebracht. Damit könne die Würde der Beschuldigten gewahrt werden.

Seit 1836 ist das Obergericht am gleichen Standort in der Altstadt einquartiert. Die ältesten Bauteile stammen von einem Barfüsserkloster aus dem 13. Jahrhundert. Die Bogen eines gotischen Kreuzgangs aus dem 14. Jahrhundert umschliessen den Innenhof. Bewusst schlicht ist die Kunst am Bau von Daniel Robert Hunziker, Hans Josephsohn und Heimo Zobernig.

2008 hatte der Kantonsrat einen Baukredit von 81,9 Millionen Franken bewilligt - einschliesslich der Kosten für die Auslagerung des Obergerichts ins Seefeld während der Bauzeit. Nach jetzigem Wissensstand - die Schlussabrechnung folgt später - wurde der Kredit zuzüglich Bauteuerung eingehalten, wie Vogt sagte.

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