11 junge Männer nach mehreren Raserrennen verhaftet

Die Raser lieferten sich Duelle auf Zürcher Strassen. Dann wurden sie festgenommen und haben das Auto verloren. Ihnen drohen vier Jahre Gefängnis.

Rennen auf kantonalen Strassen: Der Polizei gelang ein Schlag gegen die Raserszene. Archivbild: Thomas Peter

Rennen auf kantonalen Strassen: Der Polizei gelang ein Schlag gegen die Raserszene. Archivbild: Thomas Peter

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Die Kantonspolizeien Zürich und St. Gallen haben am gestrigen Mittwochmorgen in einer konzertierten Aktion Hausdurchsuchungen durchgeführt, junge Raser und Gehilfen verhaftet sowie Autos beschlagnahmt.

Elf Männer im Alter von 19 bis 27 Jahren sind festgenommen worden, wie die Zürcher Kantonspolizei mitteilt. Einer ist am Donnerstagmorgen noch in Haft, wie Sprecher Stefan Oberlin ergänzt. Er dürfte aber auch bald auf freien Fuss kommen.

Vermutlich kursierten Videos

Bei den Männern handelt sich um acht Schweizer, zwei Kosovaren und einen Deutschen, die in der Stadt St. Gallen und im Kanton Appenzell Ausserrhoden wohnen. Sie haben «zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten» auf verschiedenen Strassenabschnitten in der Region Zürich und Ostschweiz sogenannte Beschleunigungsrennen durchgeführt. «Die Ermittlungen hat die Kantonspolizei Zürich vor ein paar Monaten aufgenommen», sagt Oberlin. Ob Videomaterial sichergestellt wurde, wollte er nicht verraten.

Es wäre allerdings typisch, wenn Bewegtbilder ins Netz gestellt worden wären oder zumindest Aufnahmen getätigt wurden. Teils wird die Polizei erst durch Youtube-Filme auf Raserfahrten aufmerksam gemacht.

Drei Minderjährige beteiligt

Drei junge Männer waren zur Tatzeit unter 18 Jahre alt, weshalb sie von der Jugendstaatsanwaltschaft St. Gallen zur Verhaftung ausgeschrieben worden waren. Im Jugendstrafrecht ist der Wohnsitzkanton zuständig. Im Erwachsenenstrafrecht gilt aber der Tatort, weshalb auch die Zürcher Staatsanwaltschaft Männer ausgeschrieben hatte.

Die elf Männer haben nun Strafverfahren wegen qualifiziert grober Verkehrsregelverletzungen, Gehilfenschaft dazu und weiteren Delikten am Hals. Ein Mercedes und ein BMW, beide stark motorisiert, sind sichergestellt worden. Die Raser haben ihre Rennen aber auch in gemieteten Boliden gefahren.

Mindestens ein Jahr Gefängnis

Den acht zur Tatzeit schon erwachsenen Männern droht gemäss Raserartikel eine Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr. Das Höchstmass für die Fahrer beträgt vier Jahre.

Rasen bedeutet:

  • mindestens 40 km/h zu schnell fahren, wo die Höchstgeschwindigkeit höchstens 30 km/h beträgt
  • mindestens 50 km/h zu schnell bei Tempo 50
  • mindestens 60 km/h zu schnell bei Tempo 80
  • mindestens 80 km/h zu schnell bei Höchstgeschwindigkeiten von über 80 km/h.

Es ist also anzunehmen, dass die jungen Männer mit mehr als 160 km/h auf Landstrassen oder mit über 200 km/h auf Autobahnen unterwegs waren.

Erstellt: 06.06.2019, 11:04 Uhr

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