Rekordtiefe Wasserstände in Zürich

Der Kanton hebt das absolute Feuerverbot auf. Trotz Regen sind die Wasserpegel so tief wie sonst nie um diese Jahreszeit.

Heiss und trocken: Der Zürichsee hat im August den tiefsten Stand seit Messbeginn erreicht.

Heiss und trocken: Der Zürichsee hat im August den tiefsten Stand seit Messbeginn erreicht. Bild: Keystone

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In der Stadt und im Kanton Zürich ist das absolute Feuerverbot seit heute Dienstag aufgehoben, das Ende Juli aufgrund der wochenlangen Trockenheit und der hohen Temperaturen ausgesprochen wurde. Es herrsche derzeit nur noch mässige Waldbrandgefahr, schreibt die kantonale Baudirektion in einer Mitteilung. Im Umgang mit Feuer sei jedoch immer noch Vorsicht geboten (siehe Box).

Die Situation habe sich aufgrund der teils ergiebigen Regenfälle der letzten Tage entspannt, heisst es weiter. Doch die Folgen des Hitzesommers sind noch immer zu spüren. «Momentan sind die Wasserstände auf dem ganzen Kantonsgebiet tiefer als um diese Jahreszeit üblich», sagt Baudirektion-Sprecher Wolfgang Bollack. Damit sich das ändere, bräuchte es über mehrere Tage anhaltende, kräftige Niederschläge. Wie lange die Regenfälle andauern müssten, lasse sich nicht genau sagen. «Es braucht allerdings sehr viel Nass, bis die Speicher wieder gefüllt und die Böden so gut gesättigt sind, dass sie auch wieder Wasser abgeben.»

Kühles Wasser für die Fische

Der Zürichsee hatte laut Bollack im August bei der Messstation Zürihorn gar den tiefsten Sommerpegelstand seit Beginn der dortigen Messung im Jahr 1951. Allerdings sei der Zürichseepegel nicht nur von der Natur abhängig, sondern auch von der Steuerung beim Wehr am Platzspitz. «Und dieses Jahr haben wir bewusst etwas mehr Wasser über das Wehr in die Limmat geleitet, damit der Fluss nicht zu warm wird und keine Fische verenden. Das hat sich leicht auf den Wasserstand im Zürichsee ausgewirkt.»

«Dieses Jahr haben wir etwas mehr Wasser über das Wehr in die Limmat geleitet, damit der Fluss nicht zu warm wird und keine Fische verenden.»Wolfgang Bollack, 
Sprecher Baudirektion Kanton Zürich

Der Kanton hat allerdings nur bei einem Stauwehr die Möglichkeit, auf die Pegelstände der Gewässer Einfluss zu nehmen – und auch das nur mit Einschränkungen. Damit Fliessgewässer trotz Regulierung ihre natürlichen Funktionen erfüllen können, legt das Gewässerschutzgesetz eine minimale Wassermenge fest, die zu jeder Zeit durch die sogenannten Restwasserstrecke fliessen muss – also durchs Flussbett unterhalb der Staumauer oder des Wehrs. Die Sihl hat beispielsweise eine solche Restwasserstrecke zwischen der Staumauer am Sihlsee und ihrer Mündung in die Limmat.

Bei der Baudirektion hofft man weiter auf mehr Wasser von oben, damit sich die Natur vom Hitzesommer erholen kann. Vorläufig bleibt es noch trocken. Ein wenig Regen ist erst Ende Woche prognostiziert. «Immerhin sind die Temperaturen gesunken und die Nächte werden länger», sagt Wolfgang Bollack. «Das reduziert wenigstens die Sonneneinstrahlung.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.09.2018, 10:04 Uhr

Was es im Umgang mit Feuer im Wald zu beachten gilt:


  • Brennende Zigaretten und Zündhölzer nie wegwerfen.

  • Beim Feuern und Grillieren fest eingerichtete Feuerstellen verwenden.

  • Feuer laufend überwachen und allfälligen Funkenwurf sofort löschen.

  • Grill-/Feuerstellen und deren Umgebung nur im absolut gelöschten Zustand verlassen.

  • Bei starkem und böigem Wind aufs Feuern verzichten.

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