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Schlachter mit Herz

Biobauer Nils Müller tötet seine Tiere mit einem Kopfschuss auf der Weide. Damit diese möglichst wenig leiden, und für die perfekte Fleischqualität, sagt der ehemalige Vegetarier.

Weil er die Tiere liebt, versetzt er ihnen eigenhändig den Todesstoss: Nils Müller auf seinem Bauernhof «zur chalte Hose». Foto: Dominique Meienberg
Weil er die Tiere liebt, versetzt er ihnen eigenhändig den Todesstoss: Nils Müller auf seinem Bauernhof «zur chalte Hose». Foto: Dominique Meienberg

Wenn Nils Müller eines seiner Rinder tötet, verhallt der Schuss meist unbemerkt in den sanften Hügeln des Küsnachter Bergs. Müller schiesst am frühen Morgen, wenn keine Leute unterwegs sind und die Tiere noch etwas benommen sind von der Nachtruhe. Das getroffene Rind sackt mitten unter den Seinen zusammen. Ein Raunen geht dann durch die Herde. Doch schon ­wenige Sekunden später ist wieder Ruhe eingekehrt. Zeit für Müller, für seine Frau Claudia Wanger und den Störmetzger, vorwärtszumachen. Innerhalb von 90 Sekunden nach dem Schuss müssen sie die verbleibenden Tiere aus der Weidekoppel treiben, das geschossene Rind am Traktor mit Ladevorrichtung aufhängen und nach zwei Schnitten am Hals in die bereitstehende Wanne ausbluten lassen. Mehr Zeit gewährt das Veterinäramt Müller nicht.

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