Schuldspruch gegen Fussball-Präsident Schifferle

Im Prozess Siska gegen Heinrich Schifferle hat das Gericht in Winterthur den 66-Jährigen in Teilen schuldig gesprochen.

Die Siska AG erhält von Schifferle 9000 Franken Schadenersatz. Bild: Peter Klaunzer/Keystone

Die Siska AG erhält von Schifferle 9000 Franken Schadenersatz. Bild: Peter Klaunzer/Keystone

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Heinrich Schifferle ist schuldig der mehrfachen ungetreuen Geschäftsbesorgung und wird mit einer bedingten Geldstrafe von 144'000 Franken bestraft. Dieses Urteil hat das Bezirksgericht Winterthur am Donnerstagmorgen mitgeteilt.

Der 66-Jährige muss der Privatklägerin Siska Immobilien AG zudem einen Schadenersatz von 9000 Franken sowie eine Parteientschädigung von 12'000 Franken bezahlen. Andererseits erhält Schifferle aus der Gerichtskasse 72'000 Franken als Entschädigung für seine Verteidigung während des gesamten Verfahrens. Von mehreren Anklagepunkten wurde Schifferle wie erwartet freigesprochen. Die schriftliche Begründung des Urteils liegt noch nicht vor, sie wird in den kommenden Wochen erwartet. Das Urteil kann an das Obergericht weitergezogen werden.

Die Staatsanwaltschaft hatte in dem Fall kurioserweise selber in einer Mehrheit der Anklagepunkte einen Freispruch gefordert und eine bedingte Geldstrafe von 194'000 Franken beantragt. Die Siska-Anwältin hatte einen vollumfänglichen Schuldspruch gefordert mit Verweis auf eine Schadenssumme von mehreren Hunderttausend Franken. Heinrich Schifferle selber wies stets alle Vorwürfe von sich. Ob Golfmitgliedschaften auf Firmenkosten oder auch die Fremdbeschäftigung von Siska-Angestellten – alles sei korrekt erfolgt und mit Firmen-Patron Robert Heuberger abgesprochen gewesen.

Vorwürfe auch gegen Siska

Während des Prozesses Anfang Oktober überraschte der Staatsanwalt in seinem Plädoyer mit einem schweren Vorwurf an den Patron Robert Heuberger und dessen Sohn, den heutigen Siska-Präsidenten Günter Heuberger, der auch die Top-Medien besitzt. Während einer Befragung der Staatsanwaltschaft im Mai 2015 soll Robert Heuberger, mittlerweile 97 Jahre alt, mehrere Falschaussagen gemacht haben. Dazu instruiert worden sei er telefonisch durch seinen Sohn Günter Heuberger. Wörtlich sagte der Staatsanwalt: «Die Aussagen von Robert Heuberger orientierten sich nicht am Erlebten, sondern an den Instruktionen seines Sohnes.»

Der Fall Siska gegen Schifferle hat seinen Ursprung im Jahr 2014. Damals wurde Schifferle nach Jahrzehnten im Dienst der Siska Knall auf Fall entlassen und angezeigt. Sein Amt als Präsident der Swiss Football League hat er bis heute inne.

Erstellt: 24.10.2019, 08:57 Uhr

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