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Neues Schulhaus für boomendes Quartier

Der dreiteilige Bau auf dem Areal Thurgauerstrasse soll Platz für 400 Schüler bieten. Die Kinder sollen sich dank viel Grünfläche besonders wohlfühlen.

Zürich wächst. Bis 2030 sollen in der Stadt 80'000 Menschen mehr wohnen als heute. 12'000 von ihnen werden sich im Norden der Stadt ansiedeln. Deshalb plant die Stadt in Leutschenbach auf dem Areal Thurgauerstrasse, einem Landstreifen zwischen der Verkehrsachse und Bahnlinie Richtung Flughafen, ein neues Quartier.

Das Areal ist neben dem 2016 erworbenen Koch-Areal und dem Guggachareal eine der letzten Landreserven der Stadt: 65'000 Quadratmeter Fläche, so gross wie neun Fussballfelder. Wo heute Autos parkiert werden und Zürcher ihre Freizeit in Schrebergärten verbringen, entstehen bis 2024 rund 700 gemeinnützige Wohnungen für 1800 Personen – viele davon Kinder –, Alterswohnungen, Gewerbeflächen sowie ein Park – und ein Schulhaus. Schulraum für 400 Kinder, der in diesem stark wachsenden Teil von Seebach dringend benötigt wird. Die ­Siedlungen «Mehr als Wohnen» (410 Wohnungen) und «The Metropolitans» (200 Wohnungen) stehen bereits, die Siedlungen «Leutschenbach-Kopf» (300 Wohnungen) und «Leutschenbach-Mitte» (400 Wohnungen) sollen bis 2024 fertiggestellt sein. Hochbauvorsteher André Odermatt (SP) sagte anlässlich der gestrigen Medienkonferenz: «Wir werden rechtzeitig und am richtigen Ort über neuen Schulraum verfügen.»

Fassade aus Solarelementen

Das Büro Bollhalder Eberle Architektur setzte sich im Wettbewerb gegen 79 Projekte durch. Für die Jury fügt sich der flache, lang gezogene Bau optimal in das Quartierbild ein – hohe Gewerbebauten ennet der Thurgauerstrasse und ein kleinteiliges Ein- und Mehrfamilienhausquartier Richtung Bahnlinie. Gleichzeitig entwickle der Baukörper eine eigene Präsenz, insbesondere durch den Quertrakt am Nordende, und schaffe einen guten Bezug zum Quartierpark.

Der zweistöckige Langbau für 18 Schulklassen ist in drei Hausteile gegliedert. Drei Klassenzimmer und ein Betreuungsraum pro Geschoss bilden eine Einheit. Schulvorsteher Gerold Lauber (CVP) sagt: «So entstehen Schulfamilien, was Primarschülern sehr entspricht.»

Die Doppelsporthalle befindet sich im Untergeschoss, die einzelnen Hausteile werden durch Grünflächen abgetrennt. Grün soll auch das Dach werden. Die Architekten haben die vorgeschriebenen Fotovoltaikelemente in der Fassade eingeplant.

Der Bau basiert auf dem städtebaulichen Konzept von Meili & Peter Architekten. Die Stadt hat nun aber zwei Gestaltungspläne für das Areal erstellt: einen für das Schulhaus und den Park, einen für die Wohnungen und Gewerbeflächen. Dies im Wissen, dass gegen die Wohnbauten deutlich mehr Einwendungen eingehen dürften als gegen das Schulhaus und den Park. Somit will die Stadt sicherstellen, dass die Schulraumplanung nicht verzögert wird und das Schulhaus bis 2024 steht.

Widerstand gegen Vorgehen

Den Anwohnern passt das Vorgehen der Stadt nicht. Sie haben sich zur IG Grubenacker formiert, weil sie von der Stadt angeblich zu wenig in die Planung miteinbezogen wurden. 70 IG-Mitglieder machten Einwendungen, die IG forderte einen runden Tisch und ein Time-out bei der Planung, wie die NZZ schreibt. Die Anwohner stören sich auch am Standort des Schulhauses: Die Lärmemissionen seien höher als anderswo im Quartier. Eltern sorgen sich zudem, wie die Kinder die Thurgauerstrasse gefahrenfrei überqueren können. Die Stadt hat indes bereits eine Überführung angedacht.

Das neue Schulhaus soll rund 51 Millionen Franken kosten. Voraussichtlich im Herbst 2020 wird das Volk über den Kredit abstimmen, im Sommer 2021 dürfte mit dem Bau begonnen werden.

Die Stadt baut oder erneuert in den nächsten sechs Jahren sechs weitere Schulhäuser: Schütze, Pfingstweid und Schauenberg (bis 2019), Hofacker (2022), Freilager, Guggach und Allmend (2023). Das Schulhaus Thurgauerstrasse kann bei Bedarf erweitert werden.

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