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Seegfröörni light

Die Eisdecken der Seen in der Region wachsen. Zwei Gemeinden haben nun das Schlittschuhlaufen erlaubt.

Für einmal stehlen die Kleinen den Grossen die Show. Zum Beispiel der Stadlersee in Stadel bei Niederglatt. Heute gibt die Gemeinde grünes Licht: Die Qualität des Eises genügt, um Fussgänger und Schlittschuhläufer zu tragen. Die klirrende Kälte, die Zürich seit Tagen im Griff hat, belohnt damit die Unterländer mit einer kleinen Seegfröörni.

Auch im Zürcher Oberland gibt es eine Natureisfläche, die nun dick genug ist. Das rund zwei Hektaren grosse Eisfeld Hüsliriet in der Gemeinde Bubikon wurde am Samstag freigegeben. Am Donnerstag finden darauf ein Eishockeyschülerturnier und ein Schlittschuhwettlaufen statt, wie die Gemeinde ankündigt.

Im Winter 1962/1963 gab es die letzte Seegfrörni auf dem Zürichsee: «Ein grosser Temperatursturz erfolgte vom 22. auf den 23. Dezember 1962 mit klirrend kalten und klaren Nächten, und man sah das Eis buchstäblich wachsen», erinnert sich ein ehemaliger Seepolizist.
Im Winter 1962/1963 gab es die letzte Seegfrörni auf dem Zürichsee: «Ein grosser Temperatursturz erfolgte vom 22. auf den 23. Dezember 1962 mit klirrend kalten und klaren Nächten, und man sah das Eis buchstäblich wachsen», erinnert sich ein ehemaliger Seepolizist.
Stadt Zürich
«Am 1. Februar 1963 gegen 12 Uhr wurden die Absperrungen bei den Fussgängertreppen geöffnet. Das Volk strömte buchstäblich von überall her aufs Eis. Die Spannung stieg, als der See immer dunkler wurde und das weisse Eis immer mehr verschwand. Es war der eindrücklichste Tag in meinen 38 Dienstjahren», schreibt der Seepolizist.
«Am 1. Februar 1963 gegen 12 Uhr wurden die Absperrungen bei den Fussgängertreppen geöffnet. Das Volk strömte buchstäblich von überall her aufs Eis. Die Spannung stieg, als der See immer dunkler wurde und das weisse Eis immer mehr verschwand. Es war der eindrücklichste Tag in meinen 38 Dienstjahren», schreibt der Seepolizist.
Stadt Zürich
Die Seepolizei hatte viel zu tun: «Noch rechtzeitig hat uns der Chef mit Schlittschuhen ausgerüstet. Nur eine Woche später war der ganze Kanton Zürich ausverkauft. Zusätzlich erhielten wir vier Motorschlitten und einen Rettungskanadier.»
Die Seepolizei hatte viel zu tun: «Noch rechtzeitig hat uns der Chef mit Schlittschuhen ausgerüstet. Nur eine Woche später war der ganze Kanton Zürich ausverkauft. Zusätzlich erhielten wir vier Motorschlitten und einen Rettungskanadier.»
Stadt Zürich
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Tag der Entscheidung

Bei den 10 grösseren Weihern und Seen des Kantons ist die Situation anders. Zwar hat es auf einigen davon bereits eine Eisschicht, doch Dicke und Qualität genügen nicht. Der Status nach dem heutigen Update des Eisbulletins bleibt überall auf «gesperrt». In diesem Bulletin sammelt die Kantonspolizei die Angaben der Gemeinden, die für die Freigabe von gefrorenen Seen für die Bevölkerung zuständig sind. Zweimal wöchentlich wird das Eisbulletin auf der Website aktualisiert.

Hoffnung bestand vor allem beim Hüttnersee in der Gemeinde Hütten. Die Gemeindepolizei Richterswil äusserte sich vergangene Woche verhalten optimistisch, dass noch diese Woche die Eisdecke freigegeben werden könnte. Melchior Schnyder, stellvertretender Dienstchef der Gemeindepolizei, hat heute aber keine guten Nachrichten: «Es hat erst knapp 8 Zentimeter Schwarzeis und es würde 15 benötigen.» Das habe die Messung heute Morgen gezeigt.

So verbleibt im Bezirk Horgen die Hoffnung auf einen gefrorenen Horgner Bergweiher. Gestern hat die Gemeindepolizei die Eisschicht analysiert. Am Rand betrug sie fast 18 Zentimeter, aber weiter draussen war es weniger. Es gilt weiterhin: Betreten verboten.

Morgen Mittwoch wird noch einmal analysiert, und dann entscheidet sich, ob der Weiher geöffnet wird: «Entweder morgen oder gar nicht», sagt Rolf Baer, Abteilungsleiter der Gemeindepolizei Horgen. Gestern sei er noch sehr skeptisch gewesen, heute sei er ein kleines bisschen optimistischer. Doch es entscheide jedes einzelne Grad.

Es wird wärmer

Die Seen haben zwar noch keine genügend dicke Eisdecke, der Januar war aber trotzdem rekordverdächtig. SRF Meteo teilt mit, dass der Januar seit 30 Jahren nicht mehr so kalt gewesen ist wie in diesem Jahr. Die Temperatur ist seit zehn Tagen unter null geblieben. Der Durchschnitt für den Januar liege im Mittelland derzeit bei unter –3 Grad. Das sei mehr als 3 Grad tiefer als der langjährige Wert von 0,3 Grad.

Laut Wetterbericht verharren die Temperaturen in Zürich auch bis am Wochenende im Minusbereich. Danach zeichnet sich aber etwas wärmeres Wetter ab. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass es dabei bleibt: Die kleinen Gewässer stehlen den Grossen die Show.

Mit Material der SDA.

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