Seeufer-Schützer fordert freien Seezugang von Roger Federer

Der Tennisstar soll bei seinem neuen Rapperswiler Grundstück freien Zugang zum See gewähren, so der Verein Rives Publiques. Es geht um mehr als diese 30 Meter.

Auf diesem Grundstück am Zürichsee plant Roger Federer mehrere Gebäude und einen Tennisplatz. Die Seeufer-Schützer fordern nun freien Zugang zum See. Foto: Keystone

Auf diesem Grundstück am Zürichsee plant Roger Federer mehrere Gebäude und einen Tennisplatz. Die Seeufer-Schützer fordern nun freien Zugang zum See. Foto: Keystone

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Das Land ist gekauft, die Bewilligung erteilt: Roger Federer kann in Rapperswil-Jona bauen. Der Verkauf des Grundstücks mit direktem Anstoss an den Zürichsee ruft jetzt aber Rives Publiques auf den Plan, ein Verein, der sich schweizweit für öffentliche Zugänge zu Gewässern einsetzt. Präsident Victor von Wartburg will, dass die Stadt Rapperswil-Jona und der Kanton St. Gallen von Federer einen durchgehenden Uferweg direkt vor dem Grundstück fordern.

Ein entsprechendes Schreiben hat von Wartburg per Mail an Stadtpräsident Martin Stöckling (FDP) und die Behörden des Kantons St. Gallen geschickt, wie «Blick.ch» gestern berichtete. Gegen den Kauf und die Nutzung des Grundstücks habe man nichts einzuwenden, heisst es im Schreiben weiter. Nur das Uferland gehöre der Öffentlichkeit. Rives Publiques beruft sich dabei auf ein Bundesgerichtsurteil von 2001, wonach das Ufer und das Gewässer eine unzertrennliche Einheit seien.

«Kein Anlass zur Intervention»

Die Bevölkerung in Rapperswil-Jona wolle Seezugänge, sagt auch Stadtpräsident Martin Stöckling. Allerdings sehe er keinen Anlass, im Fall des Federer-Grundstücks zu intervenieren. «10 von 14 Kilometern Zürichseeufer in Rapperswil-Jona sind mehr oder weniger öffentlich – man sieht, spürt und erlebt dort den See», sagt Stöckling.

Das Grundstück der Federers habe aber nur 30 Meter Seeanstoss. Dort bestehe bis heute kein öffentlicher Zugang oder Uferweg. Zudem seien die Grundstücke rechts und links bebaut. «Selbst wenn wir für einen öffentlichen Zugang kämpfen und am Schluss vom Bundesgericht recht bekommen würden, wäre dieser Prozess sehr langwierig», sagt Stöckling. Für den kleinen, isolierten Uferzugang würde sich das nicht lohnen. Auch Eigentumsgarantie und Rechtssicherheit seien ihm wichtige Anliegen. Man könne die Zeit nicht einfach zurückdrehen und die Zugänge nachträglich öffentlich machen.

«Eine Gelegenheit für Federer»

Das seien die üblichen, aber gesetzwidrigen Einwände der Behörden, sagt von Wartburg. «Uns geht es nicht um den kleinen Zugang der Federers. Wir wollen, dass die zu rund 50 Prozent privatisierten Schweizer Ufer für die ganze Bevölkerung wieder durchgehend geöffnet werden.»

Bisher noch keine Auskunft gegeben hat der ebenfalls kontaktierte Kanton St. Gallen. Man werde das Schreiben prüfen und eine Stellungnahme dazu vorbereiten, sagt Claudia Eugster vom kantonalen Baudepartement.

Auch Roger Federer, der aktuell am ATP-Turnier in Cincinnati spielt, hat sich bislang nicht zur Forderung geäussert. Laut von Wartburg habe er die einmalige Gelegenheit, sich einmal mehr als Idol zu profilieren, indem er freiwillig auf den Uferstreifen vor seinem Grundstück verzichte. Das wäre die wohl bestmögliche Werbung für das Anliegen.

Erstellt: 13.08.2019, 10:54 Uhr

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