Segelflieger kommt Rega-Jet gefährlich nahe

Ein «schwerer Vorfall» nordwestlich vom Zürcher Flughafen weist auf ein Sicherheitsdefizit hin.

Flog 210 Meter über dem Segelflieger durch: der Rega-Ambulanzjet.

Flog 210 Meter über dem Segelflieger durch: der Rega-Ambulanzjet.

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Am 22. Juni startete der Pilot des Segelflugzeuges vom Flugplatz Hausen am Albis. Im Aufwind über dem Atomkraftwerk Leibstadt entdeckte er aus Westen heranfliegend einen Ambulanzjet der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega.

Dessen Besatzung, die von Bern nach Zürich unterwegs war, sah den Segelflieger ebenfalls und meldete dessen Höhe und Position der Flugsicherung Skyguide. Sie flogen aneinander vorbei. Die geringste Distanz zwischen den Maschinen betrug horizontal rund 1060 Meter und vertikal 210 Meter.

Obschon der Zwischenfall für alle Beteiligten glimpflich ausging, stuft die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) die Annäherung der beiden Flugzeuge nordwestlich des Flughafens Zürich als «schweren Vorfall» ein.

So nah kamen sich der Rega-Jet und der Segelflieger (zum Vergrössern anklicken). Bild: Sust-Bericht.

Denn einerseits sei die Position des Segelfliegers für die Flugsicherung unsichtbar gewesen, weil der Segelflieger keinen Transponder mitführte. Andererseits hatte das Verkehrswarn- und Kollisionsverhinderungssystem (TCAS) im Rega-Jet deswegen nicht vor einer gefährlichen Annäherung warnen können, heisst es im Bericht der Sust.

Sust empfiehlt Transponderpflicht bei Flughäfen

Die Sust verweist in ihrem Bericht auf ähnliche Vorfälle. So kamen sich im Juli 2016 ein Geschäftsreiseflugzeug im Anflug auf Zürich und ein Heissluftballon ohne Transponder gefährlich nahe. Und im August 2012 war es zwischen einem Airbus A340 und einem Segelflugzeug ohne Transponder zu einer Fastkollision gekommen.

Damals hatte die Sust empfohlen, dass das Bundesamt für Zivilluftfahrt «um die Schweizer Flughäfen herum Lufträume festlegen sollte, in denen sich ausschliesslich Luftfahrzeuge bewegen dürfen, die mit einem funktionsfähigen und eingeschalteten Transponder ausgerüstet sind».

Die neuen Ereignisse liessen erkennen, dass «das durch die vorgenannte Sicherheitsempfehlung adressierte Sicherheitsdefizit immer noch gegenwärtig ist», schreibt die Sust im Bericht zum jüngsten Vorfall. (pu)

Erstellt: 29.11.2018, 15:12 Uhr

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