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Sein Testament entscheidet über die Häuser

Was mit den Immobilien des verstorbenen Bruno Stefanini geschieht, ist im Moment noch unklar.

Hinterlässt Immobilien en masse: Bruno Stefanini. Manche gehörten ihm privat, andere seinen Firmen. Foto: Thomas Burla
Hinterlässt Immobilien en masse: Bruno Stefanini. Manche gehörten ihm privat, andere seinen Firmen. Foto: Thomas Burla

Bettina Stefaninis Stimme tönt gefasst, aber traurig. Am Freitagmorgen hat sie ihren Vater verloren, sie war bei ihm, als er starb. Ihre Gefühle seien ein Auf und Ab, sagt sie am Telefon. Bruno Stefanini war bereits über längere Zeit schwer krank gewesen.

Mit Stefaninis Tod sollte nun ein Grossteil seines umfangreichen Liegenschaftenportfolios in und um Winterthur in die Obhut seiner Stiftung und damit seiner Tochter und seines Sohnes übergehen. Ihr Vater, so Bettina Stefanini, habe stets gewollt, dass sein ganzes Vermögen mitsamt den Gebäuden nach seinem Tod seiner Stiftung für Kunst, Kultur und Geschichte gehören solle. Bereits heute fliesst ein Teil des Gewinns der Liegenschaften in die Stiftung. Diese besitzt zudem das Sulzer-Hochhaus in Winterthur und Stefaninis Schlösser, darunter jenes in Salenstein im Kanton Thurgau und Schloss Grandson am Neuenburgersee.

Ob das Vermögen tatsächlich an die Stiftung gehen wird, zeigt sich erst in den kommenden Tagen. Die Liegenschaften gehören Aktiengesellschaften von Bruno Stefanini, viele sind aber auch in seinem Privatbesitz. Wem und wie er sie vererbt hat, darüber wird erst sein Testament Gewissheit bringen.

«Patron alter Schule»

Eine wichtige Rolle wird die Firma Terresta AG mit Sitz in Winterthur spielen. Sie gehört dem Verstorbenen, verwaltet und unterhält Häuser. Zurzeit bestimmen die Geschicke der Terresta AG Markus Brunner, Umit Stamm und Dora Bösiger. Mit den beiden Männern und der Vertrauten von Bruno Stefanini ist die Familie Stefanini bis im vergangenen Sommer in einen erbitterten Streit um die Stiftung verwickelt gewesen. Noch heute ist das Verhältnis angespannt.

Terresta-Geschäftsleiter Markus Brunner mag sich am Tag von Stefaninis Tod nicht zu Fragen äussern. In einem Mail bittet er um Verständnis und beschreibt Stefanini als «Patron alter Schule, dem das Wohl seiner Angestellten immer am Herzen lag». Brunner wünscht sich, dass Stefaninis Unternehmen auch weiterhin in seinem Sinn weitergeführt werden. Für ihn persönlich sei Stefanini weit mehr als ein Patron gewesen, schreibt er, «weil wir über die Jahre der Zusammenarbeit ein gegenseitiges Vertrauensverhältnis aufbauen durften».

Alt und günstig

Das Immobilienimperium Stefaninis ist gross. Gemäss Angaben, die die Terresta AG früher gemacht hat, handelt es sich um mehrere Tausend Wohnungen in 280 Gebäuden. Dazu gehören Liegenschaften in Winterthurs Zentrum, darunter in der Altstadt, etwa an der Steinberggasse. Aber auch reihenweise Wohnblöcke, wie im Oberfeldquartier in Wülflingen.

In der Stadt sind Stefanini-Liegenschaften seit längerem der Inbegriff für sanierungsbedürftige Häuser, in denen man preisgünstig wohnen kann. Erst in den letzten Jahren hat die Terresta AG begonnen, einige Gebäude zu renovieren.

Verschiedene Bewohnerinnen und Bewohner befürchten, dass ihre Häuser nun rasch renoviert und die Mieten massiv verteuert werden. Sie haben sich deshalb in einer Interessengemeinschaft zusammengetan, um den bezahlbaren Wohnraum zu erhalten.

So kurz nach dem Tod ihres Vaters ist es für Bettina Stefanini noch zu früh, Näheres über eine allfällige Strategie zu sagen. «Erst müssen wir wissen, wie es weitergeht», sagt sie. Darauf wartet auch der Winterthurer Stadtpräsident Michael Künzle (CVP). Er steht mit Stefaninis Umfeld in Kontakt.

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