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Sieber eröffnet Notschlafstelle für Wanderarbeiter

Die Sozialwerke Pfarrer Sieber beherbergen im Winter Wanderarbeiter. In der Notunterkunft Iglu entstehen 20 Schlafplätze.

Will in der Weihnachtszeit «christliche Nächstenliebe konkretisieren»: Pfarrer Ernst Sieber.
Will in der Weihnachtszeit «christliche Nächstenliebe konkretisieren»: Pfarrer Ernst Sieber.
Keystone

Die Sozialwerke Pfarrer Sieber eröffnen am 18. Dezember eine neue Notschlafstelle. In der Notunterkunft Iglu sollen pro Nacht 20 Wanderarbeiter ein Bett finden. Die Schlafstelle wird in den Räumen der Auffangeinrichtung Brot-Egge der Sieber-Stiftung an der Seebacherstrasse 60 eingerichtet.

«Seit zwei Jahren stellen wir auf den Strassen Zürichs und in unseren Einrichtungen eine markante Zunahme von Ausländern aus EU-Staaten auf Arbeitsuche fest», teilt Sieber-Sprecher Walter von Arburg mit. Diese Menschen würden oft weder Deutsch sprechen, noch über eine anerkannte Berufsausbildung verfügen, und hätten deshalb in Zürich kaum Zukunftschancen. «Die Rückreise in ihre Herkunftsländer ist in den meisten Fällen die einzige realistische Perspektive», sagt von Arburg. In der Zeit, in der sie hier seien, sollten sie aber nicht vom Erfrierungstod bedroht sein. «Sie haben ein Anrecht auf eine menschenwürdige Behandlung.»

Als Hilfswerk für Menschen in Not hätten die Sozialwerke Pfarrer Sieber die Wanderarbeiter bislang im Pfuusbus aufgenommen. «Das Nebeneinander von einheimischen Obdachlosen und Suchtkranken einerseits sowie ausländischen Arbeitsuchenden andererseits gestaltet sich jedoch schwierig.» Besonders dann, wenn der Pfuusbus aus allen Nähten zu platzen drohe. Im Pfuusbus sei es im vergangenen Winter zu Spannungen und Auseinandersetzungen gekommen. «Deshalb riefen wir eine Notschlafstelle für Arbeitsmigranten ins Leben und beschränkten gleichzeitig die Anzahl Logiernächte für Arbeitsmigranten im Pfuusbus.» Diese Massnahmen hätten sich im vergangenen Jahr bewährt, sagt von Arburg.

Sieben Nächte pro Person

Weil die Zahl der Arbeitsmigranten, die im Pfuusbus Zuflucht suchen, in den letzten Tagen wieder stark angestiegen ist, haben die Verantwortlichen der Sozialwerke Pfarrer Sieber beschlossen, heuer erneut eine Notschlafstelle ausschliesslich für Wanderarbeiter zu eröffnen. Sie finden dort von 20 bis 9 Uhr ein Massenlager mit Matratzen, Schlafsäcken und Wolldecken. Während der ganzen Nacht stellt die Stiftung Betreuungspersonal.

Die Zahl der Übernachtungen pro Person ist auf sieben Nächte beschränkt. In dieser Zeit muss ein Gast seine nähere Zukunft in der Schweiz oder seine Rückreise organisieren. «Wir machen keine Beratungen», betont von Arburg. Dafür seien das RAV und die Zentrale Anlauf- und Vermittlungsstelle des Sozialamts der Stadt Zürich zuständig. Das Iglu wird voraussichtlich bis Mitte März 2014 geöffnet sein.

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