Sisyphus muss Pause machen

Die Flughafenleitung hat die bekannte Luginbühl-Skulptur auf einem Abstellplatz fernab der Besucherströme deponiert. Wann und wo sie die Öffentlichkeit wieder bewundern kann, ist unklar.

Damals rollte die Kugel noch: Aufnahme der Luginbühl-Skulptur «Sisyphus» aus dem Jahr 1977.

Damals rollte die Kugel noch: Aufnahme der Luginbühl-Skulptur «Sisyphus» aus dem Jahr 1977. Bild: Keystone

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23 Jahre lang rollte die gewaltige Eisenkugel auf der Flughafenterrasse unablässig auf ihrer Bahn aus roten Metallschienen hin und her. Unzählige Besucher bewunderten das Kunstwerk des Berner Eisenplastikers Bernhard Luginbühl, das der damals 44-Jährige 1977 eigens für die dritte Ausbauetappe des Zürcher Flughafens schuf.

Nun ist die Skulptur mit Namen «Sisyphus» ganz verschwunden. Wie der «Zürcher Unterländer» am Dienstag schreibt, steht die zwölf Meter lange, viereinhalb Meter breite und sechs Meter hohe Plastik seit letzter Woche auf einem Parkplatz hinter dem Rega-Gebäude auf dem Flughafenareal. Fernab der Besucherströme, die Eisenkugel reglos am Boden.

Die Kugel rollt seit 17 Jahren nicht mehr

Die Skulptur sei dort lediglich zwischengelagert, bis ein neuer geeigneter Platz gefunden werde, sagt Flughafensprecherin Raffaela Stelzer. Es ist bereits das dritte Mal, dass die riesige Konstruktion umplatziert wurde. Die letzten 17 Jahre stand «Sisyphus» vor dem Swiss Operation Center – und schon dort rollte die Kugel nicht mehr.

Der Wind habe ihr dann und wann zu viel Schwung verliehen, lautete die Erklärung der Flughafenleitung damals. Es sei eine «sehr aufwendige» Konstruktion, und die Kugel aufgrund von äusseren Einwirkungen wie Temperatur und Wind «in der Geometrie» zu halten, sei noch aufwendiger.

Dass die Skulptur nun ganz auf dem Abstellplatz gelandet ist, liegt gemäss dem «Zürcher Unterländer» am geplanten Ausbau der Gepäcksortieranlage des Flughafens. «Sisyphus» musste den Baggern weichen. Ziel sei es aber, die Plastik der Öffentlichkeit auch weiterhin zugänglich zu machen, versichert Stelzer. Wo sie dereinst stehen soll und ab wann, ist aber unklar.

(tif)

Erstellt: 12.09.2017, 10:33 Uhr

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