Skyguide geht Joint Venture mit schwedischer Firma ein

Die Schweizer Flugsicherung wappnet sich gegen die ausländische Konkurrenz – mit einem ausländischen Konkurrenten.

Skyguide will mit der schwedischen ACR zusammenarbeiten. Alessandro Crinari/Ti-Press/Keystone

Skyguide will mit der schwedischen ACR zusammenarbeiten. Alessandro Crinari/Ti-Press/Keystone

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Die Schweizer Flugsicherung Skyguide will der ausländischen Konkurrenz die Kontrolle über die regionalen Flugplätze nicht kampflos überlassen. Sie spannt deshalb mit der schwedischen Firma Aviation Capacity (ACR) Resources zusammen und will mit ihr ein Joint Venture gründen. Skyguide steht im Zugzwang, weil per Anfang 2019 ihr historisches Monopol gefallen ist: Eine Gesetzesänderung erlaubt es anderen Anbietern auf den regionalen Airports Bern, Lugano, Altenrhein SG, Grenchen SO, Les Eplatures (La Chaux-de-Fonds NE), Buochs NW und Sitten die An- und Abflüge zu kontrollieren.

Drei staatliche Flugsicherer im Rennen

Wie die «SonntagsZeitung» in ihrer jüngsten Ausgabe schreibt, interessieren sich bislang staatliche Flugsicherer aus drei verschiedenen Ländern für den Schweizer Markt: Die österreichische Flugsicherung Austro Control, die zwar privatwirtschaftlich organisiert, aber in staatlicher Hand ist. Seit zwölf Jahren regelt sie den Verkehr auf elf Regionalflugplätzen in Deutschland.

Aber auch aus Deutschland erhält Skyguide Konkurrenz – von der DFS Aviation Services, einer Tochter der Deutschen Flugsicherung, die diese Dienstleistung an zehn deutschen Plätzen erbringt. Im Rennen soll zudem das norwegische Unternehmen Avinor Air Navigation sein, auch hinter diesem Unternehmen steht die staatliche Flugsicherung des Landes.

Regionale Flugplätze können frei wählen

Die Firma ACR, die Skyguide nun ins Boot geholt hat, ist bislang die einzige private Anbieterin, die sich für die Flugsicherung in der Schweiz interessiert. Sie hat im Hinblick auf die hiesige Marktöffnung bereits eine Tochter mit Sitz in Zug gegründet.

Mit der Liberalisierung hat der Bund auf die Schwierigkeiten der regionalen Flugplätze reagiert, für die Kosten der Flugsicherung aufzukommen. Diese profitierten bis 2015 von einer Querfinanzierung aus den Gebühren, die Skyguide an den Landesflughäfen Zürich und Genf einnahm. Seit der Übernahme von europäischem Recht ist dies nicht mehr erlaubt. Fortan können die regionalen Flugplätze wählen, wen sie mit der Regulation ihrer An- und Abflüge betrauen. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt zertifiziert die jeweiligen Anbieter. Mit dem Joint Venture will Skyguide laut eigenen Angaben ein «neues und preiswerteres Angebot» schaffen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.03.2019, 17:46 Uhr

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