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So wollen die Gegner das Stadionprojekt zu Fall bringen

Das neue Hardturm-Projekt sei ein «Bschiss an der Bevölkerung», sagen die Gegner. Sie stellen die Diagnose «Höhenwahn».

Ein neues Zentrum für die Stadt: Das Fussballstadion und die beiden Wohnhochhäuser mit insgesamt 570 Wohnungen bilden eine neue Einheit im aufstrebenden Quartier Zürich-West.
Ein neues Zentrum für die Stadt: Das Fussballstadion und die beiden Wohnhochhäuser mit insgesamt 570 Wohnungen bilden eine neue Einheit im aufstrebenden Quartier Zürich-West.
Visualisierung: nightnurse images
Mit einer Fassade aus Glasbausteinen, die wie ein Bildschirm funktioniert, wollen die Architekten Heimatgefühle wecken: Zum Beispiel bei einem Heimspiel des FCZ ...
Mit einer Fassade aus Glasbausteinen, die wie ein Bildschirm funktioniert, wollen die Architekten Heimatgefühle wecken: Zum Beispiel bei einem Heimspiel des FCZ ...
Visualisierung: nightnurse images
Ein Stadion und viel Wohnraum: Architekten der drei Wohnbauprojekte sind Pool Architekten, Caruso St John Architects und Boltshauser Architekten.
Ein Stadion und viel Wohnraum: Architekten der drei Wohnbauprojekte sind Pool Architekten, Caruso St John Architects und Boltshauser Architekten.
PD
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Der Abstimmungskampf ums Stadion ist voll entbrannt. Nachdem der Stadtrat letzten Mittwoch vor den Medien die Werbetrommel für sein Stadionprojekt «Ensemble» gerührt hatte, trat heute Morgen das Nein-Komitee erstmals an die Öffentlichkeit. Dem Koordinationsausschuss «Nein zum Hardturm-Bschiss» gehören die IG Hardturm, die IG Freiräume und das «Komitee gegen den Höhenwahn» an. Die Volksabstimmung findet am 25. November statt.

«Nicht gratis für die Stadt»

Für die Gegner ist das sogenannte Null-Franken-Stadion-Projekt «ein einziger Bschiss an der Bevölkerung», wie José Wolf von der IG Hardturmquartier erklärte. Es verstosse gegen alle Prinzipien einer guten Stadtentwicklung. Dass der Stadtrat die wahren Kosten unter den Tisch kehre, zeige, dass man sich von der PR-Maschinerie der Grossinvestoren habe instrumentalisieren lassen. Denn anders als vom Stadtrat behauptet, sei das Vorhaben nicht gratis für die Stadt. Vielmehr werde die Grossinvestorin Credit Suisse mit einer grosszügigen Baurechtszins-Reduktion finanziell unterstützt. Jahr für Jahr verzichte die Stadt auf 1,72 Millionen Franken Baurechtszins und damit total auf 158 Millionen Franken über die 92 Jahre des Baurechtsvertrags, rechnete Wolf vor.

«Nicht in Chicago oder Manhattan»

Mit 137 Meter sprengten die geplanten zwei Wohn- und Geschäftstürme alle Proportionen, warnte Peter Aisslinger vom Komitee gegen den Höhenwahn aus Höngg. Er sprach von einer Verschandelung. Zudem breche das Projekt «Ensemble» die Regeln der demokratisch festgelegten und legitimierten Leitlinien einer guten Stadtentwicklung. Der Stadtrat missachte vollständig die Zürcher Hochhausrichtlinien und wohnbaupolitischen Grundsätze. «Wir sind nicht in Chicago oder Manhattan», sagte Aisslinger, «Stadtentwicklung quo vadis?» fragte auch der grüne Gemeinderat Markus Knauss von der IG Freiräume.

Das Projekt bedeute eine weitere Homogenisierung, noch mehr «neuer Zürichberg» mit der Folge einer völligen Verödung des Quartiers. Mit der Hardturmbrache zerstöre man natürlich gewachsenen Grün- und Freiraum, nur um an anderer Stelle diesen für viel Geld wieder zu schaffen, sagte Knauss mit Blick auf die Pläne für einen Park über dem Seebahngraben in Wiedikon.

Warum nicht in Dietikon?

Laut Syrus Mozafar von der IG Hardturmquartier ist im Nein-Komitee niemand prinzipiell gegen ein Fussballstadion. Man denke aber, dass es in Zürich nicht noch ein zweites Stadion brauche, und Luxuswohnungen habe es gerade in Zürich-West mehr als genug. Das Letzigrund-Stadion könnte mit nur wenigen Anpassungen in ein passableres Fussballstadion umgewandelt werden, sagt Mozafar. Als Alternativstandort für ein Stadion käme auch das Gleisfeld in Dietikon infrage.

Martina Oustwood vom Komitee Eltern gegen eine Schule im Schatten appellierte an den Stadtrat, die rund 400 Schulkinder der Schule am Wasser nicht zu vergessen. Würden die Wohntürme gebaut, gerieten diese komplett in deren Schatten. Auch die Hardturmbrache dürfe nicht zerstört werden, sie sei ein wertvoller Spiel- und Fussballplatz. Inakzeptabel sei der vom Stadtrat angebotene Ersatzstandort an der Aargauerstrasse, direkt neben den Sexboxen.

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