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Solidarität an der Urne allein rettet das Spital Affoltern nicht

Das Abstimmungsergebnis ist ein klares Signal an den Zürcher Regierungsrat. In der Pflicht sind aber auch die Menschen im Knonaueramt.

Das Säuliamt hängt an seinem Spital. Deutlicher als am Sonntag an der Urne hätte das kaum zum Ausdruck gebracht werden können. Obwohl die Gemeinderäte mehrheitlich für ein Nein plädierten und den Stimmberechtigten klar aufzeigten, dass ein Weiterführen eines Akutspitals finanzielle Risiken birgt, haben sich drei Viertel der Stimmberechtigten für das Spital ausgesprochen.

Das hat auch damit zu tun, dass dieses Spital ein spezielles ist. Es ist das kleinste Akutspital des Kantons und hat sich schon in den 90er-Jahren dezidiert für eine ganzheitliche Medizin ausgesprochen – und diese auch praktiziert. Das ist wohl mit ein Grund, weshalb es in der Region so stark verwurzelt ist und die Hausärzte der Region sich einstimmig für seinen Erhalt einsetzten.

Allerdings ist mit diesem Ja, es mag noch so deutlich ausgefallen sein, das Spital nicht gerettet. Es ist nicht mehr als ein Signal an den Regierungsrat, dass die Region hinter ihrem Spital steht. Es ist aber auch nicht weniger. Immerhin weiss man nun «da oben in Zürich», dass ein Abschreiben dieses Spitals nicht sang- und klanglos vonstatten gehen würde.

Unbequeme Einschnitte nötig

Diese Solidarität gibt den Spitalverantwortlichen Rückhalt, wenn sie sich daran machen, ihr Haus neu auszurichten. Sie sollten ihn dazu nutzen, auch unbequeme Einschnitte vorzunehmen, wenn sie für das Überleben des Betriebs nötig sind. Denn eines ist unbestritten: Es ist schwierig, ein solch kleines Spital betriebswirtschaftlich erfolgreich zu führen.

In die Pflicht genommen sind auch die Bewohnerinnen und Bewohner des Knonaueramtes: dann nämlich, wenn sie für den Neubau Geld sprechen müssen. Zudem sollte diese Solidarität bei der Spitalwahl zum Tragen kommen. Im Moment lässt sich nur etwa ein Drittel der Ämtler in ihrem Spital behandeln. Gleichzeitig tun die Spitalverantwortlichen gut daran, den sogenannten «Affoltemer Geist» weiterhin zu pflegen. Denn da liegt der komparative Vorteil, wenn es darum geht, aufzuzeigen, dass es das Spital Affoltern weiterhin braucht.

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