Von ihr fehlt seit über zwei Wochen jede Spur

Ist die Zürcherin Sarah Pfister untergetaucht, oder ist ihr etwas zugestossen?

Wird seit über zwei Wochen vermisst: Die 36-jährige Zürcherin Sarah Pfister. Bild: www.stadt-zuerich.ch/stapo

Wird seit über zwei Wochen vermisst: Die 36-jährige Zürcherin Sarah Pfister. Bild: www.stadt-zuerich.ch/stapo

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die 36-jährige Frau war zuletzt am 18. März an ihrer Arbeitsstelle in Zürich gesehen worden. Eine Woche später veröffentlichte die Stadtpolizei Zürich eine Vermisstmeldung. Angehörige und Freunde haben Beiträge auf Facebook gepostet und sogar in der italienischen TV-Sendung «Chi l’ha visto?» wurde über das Verschwinden der Frau berichtet. Dies, weil sie eine Reise nach Italien erwähnt hatte, wie ihr Bruder «20 Minuten» sagte.

Kurz vor ihrem Verschwinden hatte Sarah Pfister ihre Katze im Tierspital abgegeben – unter dem Vorwand, dass sie krank sei. Zwei Tage nachdem sie zum letzten Mal gesehen wurde, am 20. März, hat sie ihren Freunden eine Nachricht geschickt, wie gern sie sie habe. Auch auf Facebook machte sie einen emotionalen Post. Freunde und Angehörige sind in grosser Sorge. Laut Stadtpolizei wird weiterhin nach Sarah Pfister gesucht. Auch technische Hilfsmittel wie Handyortung würden eingesetzt.

Fälle von Personen, die spurlos verschwinden, gibt es immer wieder. Dabei ist die  Öffentlichkeitsfahndung für die Polizei das letzte Mittel. Wenn jemand mit vollem Namen gesucht wird, ist dies ein Eingriff in die Privatsphäre. Revokationsmeldungen, also der Rückzug der Öffentlichkeitsfahndung nach Auffinden des Vermissten, sind bereits anonymisiert. Bei Jugendlichen gibt die Polizei grundsätzlich nur den Vornamen bekannt.

Die Fahndung mit vollem Namen greift in die Privatsphäre ein – als letztes Mittel.

Unter den vermissten Personen gibt es solche, die freiwillig verschwinden – beispielsweise Leute, die ins Ausland auswandern, oder Asylsuchende, welche untertauchen. Auf der Website der Kantonspolizei sind aktuell neun Personen aufgelistet, nach denen gesucht wird. Auch die Stadtpolizei führt auf ihrer Website etliche Vermisstmeldungen, jedoch nicht unter einer einheitlichen Rubrik. Fälle, bei denen es sich vermutlich um ein Kapitalverbrechen handelt, werden der Kapo übergeben.  

Bis 2004 zurück

Die beiden ältesten Fälle von vermissten Personen gehen auf die Jahre 2004 und 2007 zurück. Sie betreffen zwei Frauen, die damals am Zürcher Drogenstrich anschaffen gingen. Es handelt sich um die 36-jährige Heidi Kerber und die 20-jährige Deutsche Angela Yanez Iza. Eine Kollegin hatte am 9. Juni 2004 noch gesehen, wie Kerber bei einem Freier in den Wagen eingestiegen war. Seither ist sie verschwunden. Auch die 20-jährige Angela Yanez Iza hatte am 29. Juli 2007 ihrem Verlobten noch ein SMS geschickt, bevor sie bei einem Freier in eine schwarze Limousine einstieg. Wahrscheinlich sind Yanez und Kerber Opfer von Kapitalverbrechen.

Mysteriös ist der Fall von Manuel Earl Frederic Dennis. Der 21-jährige Mann war am Abend des Ostersamstags  2008 in Thalwil in ein Kursschiff Richtung Bürkliplatz gestiegen. Die Letzten, die ihn gesehen haben, waren die Crew-Mitglieder des MS Albis. Die Suche mit Hunden und Tauchern blieb erfolglos. War er ins Wasser gefallen, oder beging er Suizid?

Bei zwei Ausländerinnen, die im Kanton Zürich lebten, gibt es Hinweise, dass sie untergetaucht sind. So haben Angehörige Briefe der 39-jährigen Inderin Dolma Tsering Shrestha Bhutia erhalten, welche seit dem 15. April 2011 ab ihrem ehemaligen Wohnort in Birmensdorf vermisst wird.

Der Fall der gesuchten Chinesin Mei Han Forster hat Parallelen zum Fall der vermissten Inderin. Die 43-jährige Frau aus Hochfelden ZH, welche mit einem Schweizer verheiratet ist und seit September 2011 vermisst wird, soll Anfang August 2012 von mehreren Leuten in Zürich gesehen worden sein.

Vermisst nach Beleidigung

Bei den vermissten Personen, die auf der Website der Stadtpolizei aufgeführt sind, ist der Fall des seit dem 10. Januar 2014 verschwundenen 64-jährigen Oliver Jufer aussergewöhnlich. Der Zürcher hatte für Schlagzeilen gesorgt.

Er hatte am 5. Dezember 2006 in Thailand fünf Bilder des Königs Bhumibol mit schwarzer Farbe besprüht – ausgerechnet am 79. Geburtstag des Monarchen. Dies, weil es wegen des Feiertags landesweit keinen Alkohol gab. Jufer wurde wegen Majestätsbeleidigung zu zehn Jahren verurteilt, aber kurz darauf durch den König begnadigt und in die Schweiz ausgeschafft.

Erstellt: 08.04.2019, 06:09 Uhr

Artikel zum Thema

36-jährige Zürcherin wird vermisst

Seit dem 20. März wird Sarah Pfister aus Zürich vermisst. Die Polizei bittet um Mithilfe. Mehr...

Eingebrochen – schon schlägt das Fahndungssystem an

Infografik Die Schweiz sei blind ohne Schengen, sagt die Polizei. Wirklich? Wir haben ein Wochenende lang hingeschaut. Mehr...

Polizei warnt vor Video-App Tik Tok

Eltern von Teenies sollen bei der beliebten App Tik Tok genau hinschauen. Die Stadtpolizei Winterthur ist selber im Netzwerk präsent. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Paid Post

Mit CallDoc clever und flexibel versichert

Lassen Sie sich rund um die Uhr medizinisch beraten – und sparen Sie dabei! Profitieren Sie vom Prämienrabatt der Grundversicherung. Jetzt Offerte anfordern.

Blogs

Sweet Home Kleine Wohnung – grosse Kunst

Geldblog Stimmung bei Novartis hellt sich auf

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Kampf gegen das Aussichtslose: In Kalifornien versuchen die Feuerwehrleute immer noch das Ausmass der Buschfeuer einzugrenzen. (11. Oktober 2019)
(Bild: David Swanson) Mehr...